Mein heiliger Ort


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Es war ein nüchternes Zimmer im Halbdunkel einer Stuttgarter Klinik. Hätte ich damals ein Foto gemacht, es würde einen seelenlosen Funktionsraum zeigen und nichts von Erhabenheit oder Heiligkeit. Dort erlebte ich als Endzwanziger einen der kostbarsten Momente meines Lebens. Die Verwandlung des Zimmers begann in dem Moment, als sich die Tür öffnete und eine Kinderschwester mitsamt einer Schwesternschülerin den Raum betrat und mir ein kleines Paket in den Arm legte: den knapp eine Stunde alten per Kaiserschnitt entbundenen ersten Sohn.
Ich nahm ihn zu mir mit der typischen übervorsichtigen Unbeholfenheit des ungeübten Vaters, ängstlich besorgt, dem kleinen Bündel nicht weh zu tun, ihn gar fallenzulassen. Als ich den kleinen Wurm einigermaßen sicher in den Händen hielt und mich gesetzt hatte, ließ
Klaus Hofmeister ist Redakteur für Kirche und Religion beim Hessischen Rundfunk. Er lebt in Kahl am Main.
