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Geschichten vom Hoffen und Wünschen

»Kleinen Fluchten« – eine geheimnisvolle Lebenskultur mit besonderer Wirkung.
von Annelie Keil vom 14.04.2025
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Die Frage nach Beispielen für die eigenen „kleinen Fluchten“ im Lebensalltag löst in der Regel ein nachdenkliches Lächeln aus und dann sprudeln die Beispiele: die Runde mit dem Hund; egal wann und wo die Beine hochlegen; seit zwanzig Jahren Stammtisch oder Skatrunde; Urlaubszeiten von der Familie; nach der Arbeit ein Kneipenbier vor der Ankunft zu Hause; regelmäßig einen Tag krankfeiern; Zeit im Schrebergarten; jedes Jahr Kurzurlaub auf einer Nordseeinsel; einmal die Woche Chorsingen; ein gutes Buch lesen; spezielle Kochkünste zelebrieren. Manches klingt nach anstrengenden Hobbys, andere kleine Fluchten folgen den zahllosen Angeboten der Gesundheits- und Wellnessbewegung wie der Freizeitindustrie, um sich mit Ansage zu entspannen, auf andere Gedanken zu kommen oder dem Alltag kurzfristig zu entkommen. Die Vermarktung der Sehnsucht, aus dem Alltagsstress und seiner Eintönigkeit auszusteigen, ist in vollem Gang, aber kontrolliert soll sie sein.

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