Ein Buch fürs Leben …
Stell dich nicht taub
Eines der stärksten Stücke althergebrachter Weisheit und Lyrik sind die Psalmen. Und in der eigenwilligen Sprachgestalt des renommierten spirituellen Dichters Huub Oosterhuis entfalten sie eine Wucht und Tiefe, die auch uns Heutige erreicht. 150 Psalmen sind es, die der 81-jährige Geistliche und ehemalige katholische Priester Oosterhuis aus dem ursprünglichen Psalmenbuch wie neu für sein Buch »Psalmen« (320 Seiten. Herder 2014) geschaffen hat. Die Texte und Gebete von Oosterhuis begleiten mich schon seit 1967. Da erschien auf Deutsch das erste Gebetbuch des Holländers »Ganz nah ist Dein Wort« mit einer bislang ungewöhnlichen Sprache. Gebetspoesie. Zehn weitere ähnliche Textsammlungen sollten über die Jahrzehnte folgen. Genauer: Diese Sprache in »Ganz nah ist Dein Wort«, diese Texte, diese Gebete haben mich umgeworfen, haben mich ergriffen, haben mich mitgenommen. Sie passten haargenau zu meiner Suche nach einer neuen, zeitgemäßen und zugleich spirituellen Poesie. Und haben mich selbst angeregt, geformt, gefordert, meine eigene Sprache zu wagen, mich selbst in spiritueller und religiöser Poesie zu versuchen. Daraus entstand eines Tages mein Gebetbuch »Dem Leben zuliebe«. Gebrauchslyrik, wie man manchmal etwas abwertend sagt. Aber das ist nicht gemeint. Gemeint sind vielmehr eine Lyrik, eine Poesie, eine spirituelle Dichtung, die vom Alltag geprägt ist und den Alltag prägt; keine Lyrik der Hochkultur, sondern der Alltagskultur, geschaffen für jedermann und jedefrau.
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Norbert Copray
ist
geschäftsführender
Direktor der
Fairness-Stiftung.
Er leitet seit 1977
das Rezensionswesen
von Publik-Forum

