Liebe Leserinnen, liebe Leser
Das Wort Genügsamkeit kannten unsere Eltern und Großeltern noch. Es reimte sich – oft nach einem harten Leben – auf Dankbarkeit und Zufriedenheit. Aber Genügsamkeit passt nicht in die Konsum-Dynamik der Wirtschaftswelt, die immer neue Wünsche weckt und Konsumenten braucht, denen es nie genug sein kann. Doch dann kam Corona. Und für einen Moment stoppte das große Rad des »Immer-Mehr«. Wir waren gezwungen, das kleine Glück in den Wiesen hinterm Haus zu finden. Mit dem wenigen, das noch möglich war, uns zu begnügen. Wir atmeten bessere Luft und hörten plötzlich Vögel zwitschern, wo früher Lärmteppiche alles überdeckten. Haben wir für einen Augenblick die Schönheit einer Welt erlebt, in der das »Genug« regiert? Wie wäre es darauf zu verzichten, den Planeten zu ruinieren, unsere Welt neu zu denken und eine Wirtschaftsordnung zu erfinden, in der wir wieder teilen können und zufrieden sind mit dem, was ist?
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Klaus Hofmeister ist katholischer Theologe und arbeitet als Redakteur für Kirche und Religion im Hessischen Rundfunk.

