Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2021
Der Inhalt:
Politik & Gesellschaft

Careleaver
»Ich hatte Glück«

Veronika Gräwe (30) kämpft gegen Barrieren, die Heimkindern den Weg in die Selbstständigkeit erschweren. Sie weiß, wie schwer es Jugendliche haben, die die die stationäre Jugendhilfe verlassen. In ihrer Jugend hat sie selbst in einer betreuten Gruppe gewohnt.
von Christin Lesker vom 27.09.2021
Artikel vorlesen lassen
Einander kennenlernen: Bei einem Treffen des Vereins Careleaver in Bremen sollen die Teilnehmenden bei einer Stadtrallye die Bremer Stadtmusikanten nachstellen (Foto: Careleaver/Martin Bockhacker)
Einander kennenlernen: Bei einem Treffen des Vereins Careleaver in Bremen sollen die Teilnehmenden bei einer Stadtrallye die Bremer Stadtmusikanten nachstellen (Foto: Careleaver/Martin Bockhacker)
4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper

Weiterlesen mit Ihrem Digital-Zugang:

Sie haben noch kein Digital-Abonnent? Jetzt für 0,00 € testen
PFplus

Weiterlesen mit Ihrem Digital-Upgrade:

Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Mehr als 34.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
PFplus

Jetzt direkt weiterlesen:

Digital-Zugang
  • diesen und alle über 34.000 Artikel auf publik-forum.de
  • die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper
  • 4 Wochen für nur 1,00 €
4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper
4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper ergänzend zu Ihrem Print-Abo

Ich bin Careleaverin. Das Wort kommt aus dem Englischen und bezeichnet Jugendliche, die die stationäre Jugendhilfe verlassen oder verlassen haben. Einen Teil meiner Jugend habe ich in einer Wohngruppe und später im betreuten Einzelwohnen verbracht. Schon damals hatte ich das Gefühl, dass ich massiv Ungerechtigkeit erlebe. Hatte ich einen Job, musste ich 75 Prozent des Lohns ans Jugendamt abgeben. Sozusagen als Entschädigung für die Kosten, die ich verursachte. Ständig wurde mir gesagt, dass ich teuer bin. Dazu kommt das Stigma, dass Heimkinder als asozial gelten. Aus denen werde eh nichts.

Mit seinen Problemen ist man als Careleaverin oft unsichtbar, weil davon ausgegangen wird, dass die Familie einen jungen Menschen unterstützt. Aber es haben nicht alle ein Zuhause, in das sie mal eben

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Kommentare und Leserbriefe
Ihr Kommentar
Noch 1000 Zeichen
Wenn Sie auf "Absenden" klicken, wird Ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an Publik-Forum.de verschickt. Sie erhalten per E-Mail nochmals eine Bestätigung. Der Kommentar wird veröffentlicht, sobald die Redaktion ihn freigeschaltet hat. Auch hierzu erhalten Sie ein E-Mail. Siehe dazu auch Datenschutzerklärung.

Mit Absenden des Kommentars stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zur Bearbeitung des Kommentars zu. Zum Text Ihres Kommentars wird auch Ihr Name gespeichert und veröffentlicht. Die E-Mail-Adresse wird für die Bestätigung der Bearbeitung genutzt. Dieser Einwilligung können Sie jederzeit widersprechen. Senden Sie dazu eine E-Mail an [email protected].

Jeder Artikel kann vom Tag seiner Veröffentlichung an zwei Wochen lang kommentiert werden. Publik-Forum.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus anderen Gründen inakzeptabele Beiträge nicht zu publizieren. Siehe dazu auch Netiquette.

Georg Strotmann 22.10.2021:
Ich habe fast vierzig Jahre als Erzieher in Kinderheimen und Jugendwohngruppen gearbeitet. Schon in den 1980er-Jahren, als die Vollversorgung in den Heimen durch Großküche, Wäscherei und Nähstube die Regel war, haben viele erkannt, dass diese den Jugendlichen nach Entlassung unselbstständig zurücklässt. So bildeten sich Jugendwohngruppen und Kleinstheime, in der Selbstständigkeit und Teilhabe gefördert wurden. Als Anfang der 1990er-Jahre das Kinder- und Jugendhilfegesetz das Jugendwohlfahrtgesetz ablöste, wurde dies auch in der Gesetzgebung berücksichtigt. Dennoch gebe ich Frau Gräwe recht: Viele Jugendliche stehen nach Beendigung der Maßnahme allein da. Institutionen, egal wie gut sie sind, ersetzen nie Familien oder andere Personen, die sich für den einzelnen Jugendlichen engagieren. Insofern begrüße ich die Initiative der Careleaver sehr.

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0