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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2016
»Schaut doch mal rein in die Bibel!«
Bodo Ramelow über Christsein und Kapitalismus
Der Inhalt:

WhatsApp boykottieren?

vom 12.10.2016
Mit WhatsApp kann man per Smartphone Nachrichten, Fotos, Videos verschicken, sich mit Einzelnen und in Gruppen »unterhalten«. Doch was geschieht mit den Daten? Wie sicher sind sie? WhatsApp hat angekündigt, alle Telefonnummern an Facebook weiterzugeben. Ist das ein Grund, den Dienst zu boykottieren? Ein Pro und Contra. Wie ist Ihre Meinung?
Markus Reuter will seine Daten vor einer Weitergabe an Facebook schützen und lehnt WhatsApp deswegen ab,Tina Sieber hält mithilfe von WhatsApp den Kontakt zu weit entfernt lebenden Verwandten und Freunden, für sie macht ein Boykott keinen Sinn (Fotos: privat)
Markus Reuter will seine Daten vor einer Weitergabe an Facebook schützen und lehnt WhatsApp deswegen ab,Tina Sieber hält mithilfe von WhatsApp den Kontakt zu weit entfernt lebenden Verwandten und Freunden, für sie macht ein Boykott keinen Sinn (Fotos: privat)

Markus Reuter: Ja, heute noch löschen!

WhatsApp hat die Geschäftsbedingungen geändert. Das ist schlecht für die Privatsphäre. Mit der Änderung wird WhatsApp die Telefonnummern aller seiner Kunden an den Mutterkonzern Facebook weitergeben. Und Facebook wird diese Daten nutzen, um Werbung an WhatsApp-Nutzer zu senden.

Dagegen laufen Daten- und Verbraucherschützer jetzt Sturm. Sie halten die Ankündigung für irreführend und die Datenweitergabe für illegal. Das Problem an der Datenweitergabe sind vor allem die Telefonnummern. Diese werden von Menschen über einen langen Zeitraum genutzt. Deswegen können an der Nummer andere Datensätze festgemacht werden. Mit der Telefonnummer kann Facebook Menschen über Geräte- und Programmgrenzen hinweg verfolgen. Deswegen gilt die Telefonnummer als »Universal-Identifizierer« – sie ist so etwas wie das Gold unter den Daten.

Die Änderung der WhatsApp-Geschäftsbedingungen ist also ein Weckruf zum Wechseln. Es gibt zahlreiche Nachrichten-Programme auf dem Markt, die unter Datenschutzgesichtspunkten deutlich besser sind, etwa der kostenpflichtige schweizerische Messenger Threema oder die kostenlose App Signal, die von einem Team rund um den angesehenen Erfinder der WhatsApp-Verschlüsselung entwickelt wird.

Ich selbst habe kein WhatsApp auf dem Handy. Wer mich per Messenger erreichen will, muss eine datenschutzfreundliche App nutzen.

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