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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2017
»Überall schwindet das Vertrauen«
Norbert Lammert über Medien, Demokratie und Kirche
Der Inhalt:

Sind Elektroautos ökologisch?

Der elektrische Antrieb soll den Verbrennungsmotor ersetzen. Doch bislang sind erst wenige E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs. Viele fragen sich: Sind sie überhaupt umweltfreundlich? Uns interessiert Ihre Meinung in unserer Online-Umfrage! Argumente? Finden Sie in diesem Streit zwischen Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann und Wissenschaftler Dieter Teufel
Sind Elektroautos ökologisch? »Ja!« sagt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (links). »Nein!«, antwortet Dieter Teufel (rechts) vom Umwelt- und Prognose-Institut in Heidelberg. (Fotos: Pressebild; privat)
Sind Elektroautos ökologisch? »Ja!« sagt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (links). »Nein!«, antwortet Dieter Teufel (rechts) vom Umwelt- und Prognose-Institut in Heidelberg. (Fotos: Pressebild; privat)

Winfried Hermann: »Ja! Ihre Ökobilanz wird immer besser«

»Der Verkehrssektor hat einen Anteil von zwanzig Prozent an den CO2-Emissionen und ist zu über neunzig Prozent abhängig von fossilen Energieträgern. Während sich in anderen Bereichen die CO2-Ausstöße verringern, trat im Verkehrsbereich gegenüber 1990 keine Verbesserung ein. Daher bestehen in diesem Sektor nicht nur hohe Potenziale, sondern auch dringender Handlungsbedarf. Elektroautos bieten uns die Möglichkeit, erneuerbare Energien im Verkehr zu nutzen und uns unabhängig von fossilen Energieträgern zu machen.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 11/2017 vom 09.06.2017, Seite 8
»Überall schwindet das Vertrauen«
»Überall schwindet das Vertrauen«
Norbert Lammert über Medien, Demokratie und Kirche

Unter Anrechnung des heutigen Strom-Mix in Deutschland liegt der CO2-Ausstoß für den Lebenszyklus von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen mit hundert Kilometern Reichweite gegenüber dem konventionellen Otto-Pkw um etwa zwanzig Prozent niedriger. Der hohe Energieaufwand für die Herstellung der Batterie wird durch den effizienten elektrischen Betrieb ausgeglichen. Unter Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien schneiden E-Fahrzeuge deutlich besser ab als konventionelle Fahrzeuge. Den kontinuierlichen Ausbau der erneuerbaren Energien vorausgesetzt, wird die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen immer günstiger.

Die Ökobilanz von Batterien für Elektrofahrzeuge hängt von den Parametern Energiedichte, Langlebigkeit, Stromerzeugung ab. Durch intensive Batterieforschung können sich diese Parameter fortlaufend ändern. Das kann die Ökobilanz verbessern.

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Um eine lebenswerte Zukunft zu gewährleisten, müssen wir schon heute gemeinsam an den Herausforderungen arbeiten und dabei alle Potenziale ausschöpfen. Das Ziel sollte eine echte Energiewende im Verkehr auf der Basis von erneuerbaren Energien sein. Elektromobilität hilft uns dabei, unsere Ziele zu erreichen.«

Dieter Teufel: »Nein! Sie erhöhen sogar die Emissionen«

»Bei einer oberflächlichen Betrachtung sind Elektroautos ökologisch, denn der Motor erzeugt ja keine Abgase mehr. Doch das ist zu kurz gedacht. Wenn man die CO2-Emissionen im gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs einbezieht, sind E-Autos derzeit nicht sauberer als Benziner oder Dieselfahrzeuge. Denn ungefähr die Hälfte des Stroms in Deutschland wird aus fossilen Quellen, überwiegend Braun- und Steinkohle, erzeugt. Durch deren Verbrennung entsteht aber sehr viel CO2. Und wegen des zweifellos sinnvollen Atomausstiegs bis zum Jahr 2022 kann die Kohleverstromung nicht schnell enden. Bis 2030 wird ein Elektroauto von der CO2-Bilanz daher nicht besser sein.

Hinzu kommt: Auch bei der Herstellung der E-Autos und ihrer Batterien fällt Kohlendioxid an. Und schließlich: Elektroautos werden oft als Zweit- oder Drittwagen angeschafft. Auch das bedeutet keine Entlastung bei den Emissionen und führt sogar zu einer Zunahme des Verkehrs. Elektroautos verhindern zudem den eigentlich nötigen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad, wie Erfahrungen in Norwegen zeigen. Da Elektroautos nicht mit ihrer realen CO2-Emission, sondern fälschlicherweise mit einer angeblichen »Null-Emission« in die Berechnung des Flottenverbrauchs eingehen, kann die Autoindustrie mit den E-Autos Grenzüberschreitungen bei ihren viel gekauften größeren Modellen, zum Beispiel den SUV, kompensieren und so rechnerisch unter den CO2-Grenzwerten bleiben. Dadurch nehmen unter dem Strich durch Elektroautos die CO2-Emissionen nicht ab, sondern zu.«

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Nic
12.06.201716:41
Geringe Akkukapazität, lange Ladezeiten, zu wenig Strom-Tankstellen, zu hohe Automobilpreise, keine Starkstrominfrastruktur für die Tankstellen -all das sind Probleme, die gelöst werden müssen, um eine Akzeptanz des Elektroautos wirklich zu erreichen. Vorher ist das E-Auto ein Nischenprodukt, allenfalls als Zweitwagen geeignet. Ziele zu definieren, ist sicherlich sinnvoll. Jedoch wächst das Gras nicht schneller, wenn man daran zieht. Der Gedanke, Verbrennungsmotoren einfach zum Zeitpunkt X abzuschaffen und zu erwarten, dass bis zu dem Zeitpunkt ordentliche Elektroautos existieren, ist eine Wahnvorstellung von Planwirtschaftlern. Das hat noch nie funktioniert.
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