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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2018
Mensch oder Profit
Woran die Pflege krankt. Und wie es besser geht
Der Inhalt:

Pflicht zu Klarnamen im Internet?

von Antje Schrupp, Daniel Mack vom 28.10.2018
Anonymität macht es einfach, Menschen in den sozialen Medien zu beleidigen und ihnen zu drohen. Brauchen wir eine gesetzliche Regelung, die Betreibern von Plattformen wie Twitter oder Instagram vorschreibt, dass sie die wahren Namen ihrer Nutzer kennen? Ein Pro und Contra von Daniel Mack und Antje Schrupp
Politische Debatte funktioniert nur mit Gesicht, sagt Daniel Mack, Mitglied der Grünen und Kommunikationsberater, er ist für Klarnamen im Internet. Antje Schrupp plädiert vielmehr dafür, die Moderation in Foren zu stärken und Hasskommentare konsequent zu löschen, die Pflicht zur Offenlegung der Identität könnte vor allem Menschen abschrecken, die gute Gründe haben, anonym zu posten  (Fotos: Pressebild; Burst)
Politische Debatte funktioniert nur mit Gesicht, sagt Daniel Mack, Mitglied der Grünen und Kommunikationsberater, er ist für Klarnamen im Internet. Antje Schrupp plädiert vielmehr dafür, die Moderation in Foren zu stärken und Hasskommentare konsequent zu löschen, die Pflicht zur Offenlegung der Identität könnte vor allem Menschen abschrecken, die gute Gründe haben, anonym zu posten (Fotos: Pressebild; Burst)

Daniel Mack: Ja, das schützt die Demokratie

Egal, über was ich im Internet schreibe – über Freiheit und Demokratie oder meine Liebe zu Europa –, innerhalb von wenigen Minuten erhalte ich dazu Kommentare voller Hass, Hetze und Beleidigungen. Und das ist nur ein Bruchteil dessen, was Angela Merkel, Cem Özdemir oder Christian Lindner erreicht.

Kommunikation lebt davon, dass man es mit einem persönlich verantwortlichen Gegenüber zu tun hat. Auf einem politischen Plakat oder Flyer müssen eine Adresse und ein Name stehen. Online verhalte ich mich dabei nicht anders als offline, trete mit meinem Namen und Profilbild auf. Viele handhaben das anders. Ihre Profile beinhalten wirre Buchstabenkombinationen, ihre Profilbilder zeigen alles, nur nicht sie selbst. Aber: Politische Debatte funktioniert nur mit Gesicht – im Bierzelt oder im Netz.

Wir müssen aufpassen, dass die digitale Welt die analoge nicht bestimmt. Wir dürfen die Anonymität nicht hochhalten, wenn Organisationen gezielt Hass im Netz verbreiten, mit dem Ziel, unsere liberale Gesellschaft zu zersetzen. Wer sein Gesicht nicht zeigen und seinen Namen nicht nennen mag, dem kann ich nicht trauen und mit dem will ich auch nicht diskutieren.

Ob der Klarname sichtbar sein soll, muss jeder Nutzer selbst entscheiden können. Betreiber von Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram sollten ihn jedoch – gesetzlich vorgeschrieben – kennen müssen

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