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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2018
Mensch oder Profit
Woran die Pflege krankt. Und wie es besser geht
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

Jan-Heiner Tück, katholischer Theologe in Wien, hat die vielen Heilig- und Seligsprechungen von Päpsten kritisiert. Die »Selbstsakralisierung der Institution« stehe in einem krassen Missverhältnis zu den Krisen und Skandalen, die in letzter Zeit publik geworden sind. »Man könnte meinen, dass der anhaltende Bedeutungsverlust, den die päpstliche Autorität in den freien Gesellschaften erlitten hat, durch eine gesteigerte Bedeutungszuschreibung auf der Ebene des Persönlich-Charismatischen aufgefangen werden soll.«

Wolf Singer, international bekannter Hirnforscher, hat auf die bedrohte Kulturtechnik des Lesens aufmerksam gemacht. Er kritisiert die Tendenz, sämtliche Texte durch Grafiken und Bilder aufzupeppen. Dies könne lediglich die Hinführung zum Lesen erleichtern. »Irgendwann muss in der Entwicklung eine Phase kommen, in der man lernt, sich eine halbe Stunde lang mit reinem Text zu befassen und der eigenen Fantasie und Vorstellungskraft Raum zu geben«, sagte er der FAZ. »Zwischenmenschliche Diskurse lassen sich nicht einfach abbilden. Vielschichtige Zusammenhänge müssen beschrieben werden.« Das gelinge nur, wenn Menschen »das symbolische System der Sprache« in einen »linearen Fluss« übersetzen könnten. Es sei absurd zu glauben, »alles mit digitalen Möglichkeiten einfach abbilden zu können«.

Barbara John, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes im Erzbistum Berlin, hat eine Petition an Papst Franziskus gestartet, die sich gegen dessen Vergleich von Abtreibung und Auftragsmord richtet. In dem Aufruf heißt es: »Abtreibung ist kein Verbrechen!« Frauen, die an Abtreibung dächten, »brauchen Hilfe«. Dies könne auch eine Abtreibung sein. »Das ist traurig, aber nicht verdammenswert.«

Josef Mischo, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, sieht die Legalisierung von Cannabis in Kanada kritisch. Cannabis-Konsum führe zu hirnstrukturellen Veränderungen, Einschränkung des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Psychomotorik. Auch das Verkehrsunfallrisiko erhöhe sich stark.

Sibylle Schroer, Mitarbeiterin am Berliner Leibniz-Institu

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