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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2019
Ach, Europa
Vielfältig, widersprüchlich, wunderbar – die EU vor der Wahl
Der Inhalt:

Impfpflicht für Kinder einführen?

Knapp 300 Menschen sind seit Jahresbeginn in Deutschland an den Masern erkrankt. Weil es dabei immer wieder zu Komplikationen oder sogar zu einer tödlichen Hirnerkrankung kommt, fordert Gesundheitsminister Jens Spahn eine gesetzliche Impfpflicht für Kinder. Ist das sinnvoll? Uns interessiert Ihre Meinung! Argumente? Finden Sie in diesem Pro und Contra
Sollte es künftig eine Impfpflicht für Kinder geben? Der Kinderarzt Thomas Fischbach (links) sagt: »Ja!« Die Grünen-Politikerin Kordula Schulz-Asche meint: »Nein!« (Fotos: Pressefoto BVKJ; Pressefoto/Kaminski)
Sollte es künftig eine Impfpflicht für Kinder geben? Der Kinderarzt Thomas Fischbach (links) sagt: »Ja!« Die Grünen-Politikerin Kordula Schulz-Asche meint: »Nein!« (Fotos: Pressefoto BVKJ; Pressefoto/Kaminski)

Thomas Fischbach: »Ja! Denn an Masern sterben Menschen«

»Brandenburg hat als erstes Bundesland die Masern-Impfpflicht für Kinder eingeführt. Das ist gut und richtig. Ich wünsche mir die gesetzliche Masern-Impfpflicht für ganz Deutschland. Als Kinderarzt ist mir bewusst, dass die Impfpflicht ein staatlicher Eingriff in die individuelle Freiheit ist und nur als letzter Ausweg gerechtfertigt ist. Im Fall der Masernimpfung haben jedoch alle Appelle und Aufklärungskampagnen nicht geholfen. Rund 94 Prozent aller Kinder in Deutschland sind bei Schuleintritt gegen Masern geimpft. An dieser Zahl ändert sich seit Jahren nichts. 94 Prozent reichen nicht aus, um die Masern dauerhaft in Deutschland auszurotten. Die wenigen Ungeimpften sorgen dafür, dass immer wieder Masern ausbrechen. Und immer wieder bleiben nach solchen Ausbrüchen Menschen mit lebenslangen Behinderungen zurück. Manche sterben an Masern. Die fälschlich verloren gegangene Angst vor Infektionskrankheiten, wachsender Egoismus in der Gesellschaft (»Wenn sich die anderen impfen lassen, ist mein Kind doch gut geschützt«), elterliche Nachlässigkeit und Fake News, die Impfgegner verbreiten, sind dafür verantwortlich.

Der Staat muss diejenigen schützen, die sich selbst aus medizinischen Gründen nicht mit einer Impfung gegen die lebensgefährlichen Masern schützen können: Säuglinge, Menschen mit Immundefekten, Schwangere und Stillende. Und es reicht auch nicht, Kinder ohne ausreichenden Impfschutz vom Besuch der Kita auszuschließen, wie es das Gesetz vorsieht

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