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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Die Sommerzeit abschaffen?

von Anne Lemhöfer, Herbert Reul vom 26.03.2017
In der Nacht zum Sonntag wurden die Uhren um eine Stunde vorgestellt, jetzt gilt wieder die Sommerzeit. Doch die Umstellung ist in Politik und Bevölkerung umstritten. Sollte man auf die Veränderung bei der Zeit zweimal im Jahr besser verzichten? Uns interessiert Ihre Meinung! Argumente? Finden Sie in diesem Pro- und Contra
Die Sommerzeit abschaffen? Herbert Reul (links) sagt: »Ja!« Anne Lemhöfer (rechts) wehrt ab: »Bloß nicht!« (Fotos: Pressefot; privat)
Die Sommerzeit abschaffen? Herbert Reul (links) sagt: »Ja!« Anne Lemhöfer (rechts) wehrt ab: »Bloß nicht!« (Fotos: Pressefot; privat)

Herbert Reul: »Ja! Die Umstellung schadet Mensch und Tier«

»Zweimal im Jahr beschäftigt die Zeitumstellung die Bürger in Europa. Ihr eigentliches Ziel, Energie zu sparen, verfehlt die Zeitumstellung. Ihre Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger und auf die Wirtschaft sind durchweg negativ.

Deshalb gibt es viele Gründe, die für die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung sprechen: Viele Menschen haben jedes Mal aufs Neue mit der Zeitumstellung zu kämpfen. Für sie dauert es Wochen, ihren Rhythmus an die neue Zeit anzupassen. Forscher haben sogar festgestellt, dass die Zeitumstellung den biologischen Rhythmus stört, was zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen kann. Gleichzeitig besteht innerhalb der ersten drei Tage nach der Umstellung auf die Sommerzeit ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Die Unfallquote im Straßenverkehr nimmt in der Woche nach der Umstellung auf die Sommerzeit um bis zu dreißig Prozent zu. Auch in der Industrie verursacht die Zeitumstellung jedes halbe Jahr große Probleme. Für die Logistik- und Transportbranche entstehen enorme Kosten, und die Umstellung verursacht einen hohen administrativen Aufwand, beispielsweise durch die Anpassung von Fahrplänen im Zugverkehr. Bauernverbände beklagen sogar einen Ertragsverlust von zehn Prozent in der Milchproduktion. Für die Tiere selbst ist die Umstellung, eine Stunde früher oder später gemolken zu werden, eine körperliche Anstrengung.

Zuletzt belegen Umfragen, dass die Mehrheit der Bevölkerung ge

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Kommentare
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Heiner Grünwaldt
03.04.201717:15
Die Behauptungen des Herrn Reul zu Lasten der Zeitumstellungen entbehren jeglicher Beweiskraft und werden unter deren Gegnern weitergereicht wie Beweise für Ufos. Die von ihm etwa zitierten 30% angeblich erhöhter Unfallzahlen verbergen deren Zusammenhang mit der entscheidenden Zunahme der Motorradfahrer im Frühjahr. Sein Hauptaugenmerk liegt in der Aufzählung von Unbequemlichkeiten im Rahmen der Wirtschaft, dazu ein bisschen „name dropping“ aus dem Bereich von Mensch und Tier. Die Gewichtung auf den Aspekt einer Energieersparnis ist einseitig und widerspricht der Bezeichnung „daylight saving time“ in der Sprache, die diese Prozedur erfunden hat: Das Tageslicht der frühen Morgenstunden, vergeudet, für viele Menschen auch schlafraubend, steht Millionen Menschen nach den Stunden ihrer sonnenfernen Tagesarbeit für befreiende Aktivitäten bereit. Dies zu übersehen, ist für einen Politiker, der aus einem solchen Randthema seit Jahren seine Profilierung zieht, ein Armutszeugnis.
Nic
03.04.201710:20
Jetlag,Intercontinentalflüge, Joggen im Park, Pizza-essen-gehen, Kaffee - die Schlagworte verraten, welcher Lebensstil bei Frau Lemhöfer angesagt ist. Alles ganz hipp, nur die Kinder nerven mit oder ohne Zeitumstellung. Vielleicht sollte sie auch die Kinder besser auf den anti-chrono-biologischen Lebensstil vorbereiten, und ihnen am Morgen auch Kaffee geben. Dann wären sie munterer und könnten den Tag besser nutzen - Ironie aus-
Petra Strazdins
29.03.201715:02
Die Argumente von Frau Lemhöfer kann ich nicht nachvollziehen. Sie stellt ihr persönliches Vergnügen (abends länger in der Eisdiele sitzen etc.) über die gesundheitlichen Probleme einer großen Mehrheit der Bevölkerung. Hat sie darüber nachgedacht? Es steht doch jedem frei, im Sommer eine Stunde früher aufzustehen und beispielsweise morgens durch den Park zu joggen. Ich persönlich brauche jedes Frühjahr bis zu acht Wochen, um meinen Biorhythmus umzustellen, und den allermeisten Menschen in meinem Umfeld geht es ebenso. Auch gibt es inzwischen viele Forschungsprojekte, welche die gravierenden Nachteile und Gesundheitsstörungen belegen, verursacht durch die Zeitumstellung im Frühjahr. Ich bin daher ganz entschieden dafür, die Sommerzeit abzuschaffen und es das ganze Jahr über bei der „Normalzeit“ zu belassen.
Michael Roth
29.03.201713:13
Seit 1980 leide ich unter der Zeitumstellung und komme erst gegen Silvester in den Winterzeitrythmus. Diese Jahr hab ich es nicht geschafft. Der Winter war schwer mit 4 Uhr wach werden und 21 Uhr meist müde...
Schönermark
28.03.201712:54
Ich lebe auf mit der Umschaltung auf Sommerzeit!
Wie Viele fliegen und nehmen den jet-lag gerne in Kauf! Wie Viele feiern sehr lange und kommen am nächsten Tag mit dem Rhythmus total durcheinander!
Die hellen Abende sind wunderbar; ich stimme Frau Lemhöfer voll und ganz zu!
Bear Lohan
28.03.201701:20
Dies ist das letzte Jahr, in dem ich mich umstelle, ich hatte immer damit mehrere Tage zu tun, von Schlafstörungen bis täglicher Müdigkeit. Aber ich werde es nicht mehr machen, für mich zählt dann das ganze Jahr nur noch Normalzeit, dann haben eben die Geschäfte eine andere Öffnungszeit, ist mir egal, ich werde mich dieser Diktatur nicht mehr aussetzen, zum Glück kann ich diese Einstellung mit meiner Arbeit vereinbaren...
Hanna Leinemann
27.03.201711:13
@EOv.Waterbrunn: Die Lösung wäre, die Normalzeit (= Winterzeit) zu belassen, bei der in der Mitte des Tages (Mittag) die Sonne im Zenit steht und in der Mitte der Nacht (Mitternacht) der Umbruch der Sonne zum nächsten Tag geschieht. - Dies sind die Rhythmen unserer inneren Uhr, die Rhythmen der Organe. Bei ständiger Sommerzeit wären sie ständig gestört. - Mir reichen heute schon die vorhandenen Neurosen unter Menschen. -
Veronika Rademacher
27.03.201710:43
Den ersten Satz von Frau Lehmhöfer unterstreiche ich vollkommen. Wir sind in unserem Haushalt am Samstag (nachdem alle Uhren vorgestellt waren) etwa eine Stunde früher zu Bett gegangen als sonst und am Sonntag kurz nach 7 Uhr aufgestanden. Wo ist da das Problem? Gestern Abend war es dann wunderschön lange hell!! :)
EuroTanic
27.03.201708:02
Nur der weisse Mann glaubt daran, dass wenn er bei einem Handtuch oben was abschneidet, und unten wieder dranfrickelt das Handtuch damit länger wird. :D
Bernd Schäfer
26.03.201717:30
Ich werde in diesem Jahr 69 und bin im Jahre 1948 noch unter der Sommerzeit geboren worden. 1950 wurde dann auf "Normalzeit" umgestellt. Bis 1980, als sie in der Bundesrepublik wieder eingeführt wurde, kam ich prima damit zurecht. Als jüngerer Mensch hatten mir die Umstellungen ab 1980 nicht so zu schaffen gemacht, aber heute im "fortgeschrittenen Alter" stören sie meinen Biorhythmus ganz erheblich und ich plädiere daher für eine Rückkehr zur "Normalzeit".
Hanna Leinemann
26.03.201716:40
Die Sommerzeit schadet Mensch und Tier, vor allem den Neugeborenen, die ihre Nervenzentren noch entwickeln - und es nicht dem Sonnenstand entsprechend tun dürfen, mit allen Folgen. - Was sind dagegen helle Abende? Helle Abende gibt es auch dann, wenn Fahrpläne, Arbeitszeiten pp. verändert werden, aber die Uhrzeit bleibt, zu der Kinder von selbst wach werden, Kühe gemolken, Kälber gesäugt werden, so das einem Kalb und seiner Mutter noch zugestanden wird! -
steinefresser
26.03.201715:06
Jeder darf um die Zeit aufstehen zu der er will!
Wenn Frau Lemhöfer im Sommer länger auf sein möchte, bitte das darf Sie gerne. Nur ich möchte mich nicht jedes Jahr wegen solchem Selbstbetrug aus meinem Rhythmus bringen lassen. Für mich und sehr viele andere Menschen und die Tiere im Stall ist es 2 X im Jahr für mehrere Wochen eine Qual bis ich mich wieder gewöhnt habe. Wenn unsere Politiker nichts anderes zu entscheiden haben wie diesen Schwachsinn sollen Sie besser zu Hause bleiben.
EO v. Waterbrunn
26.03.201714:41
Die Lösung wäre die Sommerzeit beizubehalten und die Umschaltung auf Winterzeit zu unterlassen.
Dann haben wir beides. Die hellen Sommerabende und keine Belastung mehr durch regelmäßige Zeitumstellung.

Gruss, EO