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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

Carla Amina Baghajati, Frauenbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), hat einem theologischen Gutachten ihres Verbands zum Kopftuch öffentlich widersprochen. In dem von Mufti Mustafa Mullaoglu erlassenen Schreiben heißt es: »Für weibliche Muslime ab der Pubertät ist in der Öffentlichkeit die Bedeckung des Körpers mit Ausnahme von Gesicht und Händen ein religiöses Gebot und damit Teil der Glaubenspraxis.« Dagegen betont Frau Baghajati: »Das Kopftuch ist keine ›Säule‹ der Religion. Selbst von einem ›Gebot‹ zu sprechen ist in der deutschen Sprache, die bei einem religiösen Kontext damit etwas so absolut Verbindliches wie die Zehn Gebote des Alten Testaments assoziiert, problematisch. Kopftuchtragen hat im Islam nicht den Stellenwert eines Dogmas.«

Wolfgang Schweiger, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Hohenheim, beobachtet mit Sorge, dass immer mehr Menschen durch die Nutzung von sozialen Medien und Suchmaschinen desinformiert werden und sich innerlich gegenüber anderen Meinungen abschotten. Besonders Menschen mit niedriger oder mittlerer Bildung hätten sich in den letzten Jahren enorm politisiert. Das sei zwar an sich begrüßenswert, »aber das Problem ist, dass es gerade für diese Menschen durch ihre begrenzte politische Bildung und Medienkompetenz besonders schwierig ist, die Informationen aus Suchmaschinen und sozialen Netzwerken richtig einzuordnen«. Sie bewegten sich oft wie in einer Filterblase, zumal ihnen die Suchmaschinen Nachrichten nach ihren individuellen Vorlieben zusammenstellen. »Weil sie häufig ähnliche Meinungen wahrnehmen, wähnen sie sich in der Mehrheit. Sie lehnen zunehmend klassische Medien ab, weil sie nicht mehr tolerieren, dass dort unterschiedliche Meinungen Platz finden.«

Hamidul Khan, Bürger aus Frankfurt am Main, hat zum sechsten Mal eine »Immigrationsbuchmesse« in der Mainmetropole organisiert. Ein Wochenende lang stand Literatur von Migranten, über Migration oder über ferne Länder und Kulturen auf dem Programm. Mit zahlreichen Lesungen will der Organisator auch unbekannteren Schriftstellern eine Bühne geben. Hamidul Khan kam vor mehr als dreißig Jahren aus Bangladesch nach Deutschland.

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