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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2012
Wer rettet den Euro vor seinen Rettern?
Europa am Scheideweg
Der Inhalt:

Welche Einheit meint »Ökumene jetzt«?

von Hartmut Meesmann vom 23.09.2012
Der Aufruf »Ökumene jetzt« lässt viele Fragen offen. Entscheidend ist, wie die Unterschiede in der Theologie zwischen Protestanten und Katholiken bewertet werden
Rechtfertigen die theologischen Unterschiede noch die Trennung?: Die Meinungen darüber gehen auseinander (Zeichnung: Mester)
Rechtfertigen die theologischen Unterschiede noch die Trennung?: Die Meinungen darüber gehen auseinander (Zeichnung: Mester)

Es hat sich etwas verändert im Bewusstsein vieler Christen. Auch die kritisch-reformorientierten klatschen nicht mehr einfach Beifall, wenn öffentlichkeitswirksam die Einheit der Kirchen gefordert wird. Diese Erfahrung müssen jene prominenten Katholiken und Protestanten machen, die sich jüngst zu der Initiative Ökumene jetzt zusammengefunden haben. Es gab viele kritische Anfragen zu ihrem Anliegen – nicht nur von den notorischen Abwieglern.

Auch wenn ihr Aufruf bewusst vage gehalten ist, so schwebt den Unterzeichnern offenkundig eine sichtbare und organisatorische Kircheneinheit vor: ein Gott, ein Glaube, eine Kirche. Doch wie soll man sich diese Einheit konkret vorstellen, wenn die eine Kirche nur Männer zum Priester- und Bischofsamt zulässt, die andere aber Frauen in diesen Ämtern kennt und ausdrücklich begrüßt? Ein Zusammenschluss zu einer institutionellen Einheit der Großkirchen ist so gesehen kaum vorstellbar. Im Grunde bleibt »nur« die Gemeinschaft unterschiedlicher Kirchen in ihrer »versöhnten« Verschiedenheit ein realistisches Ziel, bei dem – wie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zu Recht anmerkt – auch die kleineren Kirchen berücksichtigt werden müssen.

Der Skandal ist nicht die Trennung der Kirchen

Wenn man ökumenisch anständig miteinander verfahren will, also eine Einheit auf Augenhöhe sucht, dann scheidet aus, wa

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