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Und dann erwächst aus unserer Stille das große Staunen

vom 16.04.2020
von Albrecht Rabe, Frankenberg

Gedanken zu: Jesus stillt den Sturm – Matthäus 8, 23-27

Da fahren sie, übern See, sie waren Jesus gefolgt. – – –

Da fahren wir, durchs Leben, wir waren Jesus gefolgt. – – –

Schwerer Sturm droht das Boot unter sich zu begraben.

Coronakrise droht unser gewohntes »sicheres« Leben zu begraben … was ist unser Boot, wenn wir schon … im gleichen … sitzen? – Ja, Boot kann heißen: Beruf, Familie, Gemeinde, Gesundheit, Kräfte, Besitz, Pläne, Ressourcen, Anerkennung, Selbstbestätigung. –

Und plötzlich – wankt alles, schaukelt über ungeahnte Tiefen, sind wir schon verzweifelt am Segeleinholen, Wasserschöpfen, Ballast über Bord Werfen? – Können wichtige Schritte sein, schon … welchen Ballast sollte ich endlich mal loswerden? – Boot kann heißen, sehr eingeschränkt auf engem Raum, in Schicksalsgemeinschaft. – Sagt man nicht, dies schweiße die Insassen zusammen? – Unerwartete neue Chancen für eine aus den Fugen geratene Welt?! – Erzwungene Chance, weil Turbowachstum und Turbokonsum und Turboaktivismus uns kaum noch zur Besinnung kommen ließen.

Und Jesus schläft.

Und … wir entdecken ganz neu die Langsamkeit, die Behutsamkeit, die Aufmerksamkeit, die Bedachtsamkeit, die Genügsamkeit … weil … zur Besinnung kommen kann heißen neu erleben mit allen Sinnen: Worte, Töne, Bewegungen, Gesten, Humor, Teilen … entfalten ihre ungeahnten Kräfte.

Und wir wachen auf aus unserer Rastlosigkeit, Unzufriedenheit, Engstirnigkeit, Rechthaberei, unserer Sucht nach Erfüllung, Sicherheit, Perfektion und dem ewigen Vergleichen mit dem andern, vermeintlich Besseren.

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Und der aufgeweckte Jesus beruhigt seine verzweifelten Freunde ebenso wie den Sturm und die Wellen. – Da wird es ganz still.

Es kann ganz still in uns werden, keine Grabesruhe, nein, um Jesu willen das nicht, aber … still in der festen Hoffnung darauf,

dass Jesus weiß um unsere Plage und Ängste,

dass Jesus mitgeht alle unsere Wege und sitzt mit in unserm Boot, ganz eng neben uns, erreichbar, berührbar, anrührbar,

dass Jesus dennoch und trotz alldem die ganze verrückte, verzweifelte, entfesselte, gewaltsame Welt umfasst und in seinen guten Händen hält, wie auch jeden einzelnen Menschen, jede Träne, jeden Schmerz, jede Sehnsucht, jeden Blick, ja alles Gute und Böse begreift und verwandelt in etwas Neues. Lebensfähiges!

Ja, Jesus kann nicht nur beruhigen, sondern zur Ruhe führen – er möchte, dass wir uns in seine Arme werfen, um in sicheren Hafen zu gelangen.

Und dann erwächst aus unserer Stille das große Staunen.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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