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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2013
Die Ware Frau
Soll man Prostitution verbieten?
Der Inhalt:

Systemkritik statt lauer Worte

von Bernd Winkelmann vom 04.10.2013
Die Kirchen müssen die Vergötterung von Markt und Kapital kritisieren, meint Bernd Winkelmann von der Akademie Solidarische Ökonomie. Teil 9 der Publik-Forum-Serie »Aktion Sozialwort 2013«
Bernd Winkelmann: "Das Problem sind die Leitprinzipien kapitalistischen Wirtschaftens." (Foto: privat)
Bernd Winkelmann: "Das Problem sind die Leitprinzipien kapitalistischen Wirtschaftens." (Foto: privat)

Die beiden großen Kirchen arbeiten an einem neuen Sozialwort, sie nennen es »Sozialinitiative«. Allerdings wird das Papier ohne Beteiligung der Basis geschrieben. Verbände, Basisorganisationen und Einzelne hätten aber Entscheidendes beizutragen, dass der Sozialinitiative Biss verliehe.

Es ist an der Zeit für ein »Sozialwort« der Kirchen, das »unsere Welt aufhorchen lässt«, erklärte Carl Friedrich von Weizsäcker bereits 1985. Unsere neuzeitliche Ökonomie hat zwar enorme Reichtümer und höchstes wissenschaftlich-technologisches Potenzial hervorgebracht. Doch die Skandalentwicklungen unserer Zeit hat sie nicht gelöst, sondern verschärft: extremer Reichtum einer Minderheit, Armut und Hunger in der Welt, Ausgrenzung und Hineindrängen in prekäre Lebensverhältnisse vieler, Verarmung der Öffentlichen Hand, Terror, neue kriegerische Konflikte und eine scheinbar nicht zu bremsende Zerstörung unseres Ökosystems.

Es geht um eine tiefgreifende Krise unserer Zivilisation, die nur durch eine grundlegende »Transformation« unserer Wirtschaftsweise bewältigt werden kann. Diese wird nur gelingen, wenn die Ursachen dieser Fehlentwicklungen, die »innere Logik«, »der treibende Motor« der vorherrschenden Wirtschaftsweise erkannt wird (Leonardo Boff). Das Problem sind die Leitprinzipien kapitalistischen Wirtschaftens: Nicht die Wohlfahrt aller und ein zukunftsfähiges Gemeinwesen ist Sinn und Ziel wirtschaftlichen Handelns, sondern die Konzentration von Reichtum und Kapital in privatwirtschaftlicher Hand, konkret: die Gewinn- und Renditenmaximierung allen Unternehmertums. Diese ist gepaart mit Ideologien und Verblendungen: die Vergötterung von Markt und Kapital, Reichtumsanhäufung und materiellem Wachstum. Aus dieser Fehlo

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