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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2013
Die Ware Frau
Soll man Prostitution verbieten?
Der Inhalt:

Kinder brauchen starke Lehrer …

von Falko Peschel vom 27.09.2013
… aber keinen lehrerzentrierten Unterricht: Denn selbstbestimmtes Lernen ist effektiver und nachhaltiger. Ein Plädoyer für den offenen Unterricht – und eine Antwort auf Michael Felten

Offener Unterricht führe in die Sackgasse, schrieb Michael Felten (Publik-Forum 16/2013) und berief sich dabei auf die Studie des neuseeländischen Forschers John Hattie. Ihm widerspricht nun ein Grundschulleiter, der sagt: Man kann die Studie auch ganz anders lesen.

Unterricht in Deutschland geht an den Schülern vorbei. Für die meisten Mädchen und Jungen hat das Lernen in der Schule nichts mit einer »dauerhaften Verhaltensänderung« zu tun – dürfte also aus lernpsychologischer Sicht gar nicht als »Lernen« bezeichnet werden. Auch diejenigen, die in den anschließenden Tests gut abschneiden, vergessen den Stoff in der Regel innerhalb weniger Wochen. Die Ergebnisse der Längsschnittstudie »PISA 2003 Plus« fasste die taz folgendermaßen zusammen: »Vierzig Prozent der Zehntklässler können in Mathematik kaum Lernfortschritte verzeichnen, zwanzig Prozent von ihnen büßen sogar mathematische Kompetenzen ein. In den Naturwissenschaften sieht es ähnlich aus.« In derselben Zeitung fragte der Bildungsforscher Manfred Prenzel bestürzt: »Wir sind davon ausgegangen, dass Schüler etwas dazulernen. Warum machen wir sonst Schule?«

Wie kann man echte Bildung an die Stelle dieses »Bulimie-Lernens« setzen? Mit der vor Kurzem veröffentlichten Meta-Meta-Studie des neuseeländischen Wissenschaftlers John Hattie ist eine neue Diskussion um das beste Unterrichtskonzept entstanden. Vor allem Vertreter traditioneller Formen nutzen prompt die Aufmerksamkeit der Medien, um ihre Positionen zu bekräftigen. Dabei will Hattie längst keinen traditionellen Unterricht mehr. In seinen Vorträgen stellt er entsprechend provozierende Fragen: »Erinnern Sie sich an die Lehrer, die Ihnen wirklich wichtig waren? In der Regel waren es zwei bis drei. Bei insgesamt vierzig bis sechzig Lehrpersonen während Ihrer gesamten Schulzeit haben also nur vier bis sechs Prozent bleibenden Eindruck hinterlassen!«, zitierte ihn der stern.

Nach Hattie beruht die Qualität von Unterricht vor allem auf der Beziehungsebene. Dies hat eine ganz andere Rollenverteilung als im traditionellen Unterricht zur Folge: »Die größten Effekte auf das Lernen treten dann auf, wenn Lehrpersonen in Bezug auf das Lehren selbst zu Lernenden werden und wenn Lernende zu ihren eigenen Lehrpersonen werden«, sagt er. »Wenn Lernende ihre eigenen Lehrpersonen werden, dann ze

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