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vom 23.04.2020
von Andreas Hoffmann, Düren

Ich blicke über den blühenden Raps, goldgelb im Morgenlicht.

Duft breitet sich aus, die Rispen knistern lauter als der säuselnde Lufthauch über dem Feld.

Frühling ist da. Früh, du Winzling, Menschling mit all deinen Erfindungen.

Zur Maximierung von allem bist du, Mensch, angetreten. Hegen und pflegen, nähren und vermehren solltest Du dies irdische Glück, und nun? Du, Mensch, nun hast du Ling … Frühling zwar, aber viel zu viel.

Sommer im Frühling, zu viel warmen Wind, zu viel, zu viel, zu viel. Hier vor dem Rapsfeld schreit dir die trockene Erde entgegen. Zu viel, du Menschling, von allem viel zu viel.

Ich schaue mir die bescheidene Rapspflanze an, wie sie da im Einklang mit ihren Geschwistern diesen Acker bewohnt. Wie sie gemeinsam dies Leuchten erzeugen, das nur von den durchschnittenen Fahrspuren der riesigen Landmaschine unterbrochen wird.

So was wie eine Hasen-Rennautobahn mit »Begrünung« im Mittelstreifen. Meine Hündin freut’s, da kann sie richtig losflitzen, von Hasenspur zu Hasenspur. Bis ihr die Luft wegbleibt. Schlaue Hündin. Sie hört vorher auf, bevor ihr die Kräfte ausgehen und sie daniederliegt.

Welch eine Idylle, kein Flieger in der Luft, der das Summen der früh erwachten Bienen stören würde. Sogar das Hundegebell klingt wie eine weit vorher erdachte Symphonie.

Ein Morgen nach der Anti-Corona-Debatte, versehen mit dem Unwort »hochfahren«.

Pfui, einen Reaktor fährt man hoch oder eine Produktionsmaschine nach deren Wartung, so wie bei der Sauerkrautfabrik, aber keine Menschen. Menschen leben, bevor sie sterben, die kann man nicht so einfach ab- und anstellen, wie es gerade jemandem zunutze kommt.

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Sollten WIR nicht eigentlich irdischer Freund-Beschützer und Bewahrer sein?

Was ist aus UNS geworden? Produkte? Zur bestmöglichen Vermarktung, passend vorbereitet, hoch gebildet zur Optimierung von Abläufen, die wir nun schon lange nicht mehr im Griff haben?

Die Meere unserer Erde sind voller Leichen, menschlicher, tierischer, organischer und anorganischer. Die Einweg-Mentalität? Aus den Augen, aus dem Sinn?

Von 1500 »missbrauchten« Menschenkindern aus syrischer »Lagerhaltung« nehmen wir großzügigerweise fünfzig Alibiwaisen auf, die, gut vorausgewählt, in unser Sozialisierungssystem, mit Aussicht auf gute Nutzung, prima zupassekommen.

Während Krankenkassen-Vorstände bereits darüber nachdenken, wie denn die immensen Rettungskosten im Zusammenhang mit den Corona-Infekt-Behandlungen wieder ausgeglichen werden können, gehen uns die Schutzmaterialien aus, die wir wegen des fehlenden Impfstoffes dringend benötigen. Hier brummt das Geschäft, bis zu 1000 Prozent Preiserhöhung für eine Atemschutzmaske Kat. II. Welch ein Hohn und in meinen Augen ein volkswirtschaftliches Verbrechen.

Da stehe ich morgens an diesem so von Bienen umsäuselten Rapsfeld, einsam mit Hündin, wachem Herzen und Verstand, und zweifle an demselben. Denn verstehen kann ich UNS Menschen kaum mehr. Was soll denn noch passieren, das uns Herz und Verstand weckt und zur Umkehr bringt?

Da kann auch der optische Schein dieses Feldes nicht täuschen, Raps gehört eigentlich hier nicht auf und in den Acker, es bringt nur eben etwas ein, um damit unter anderem Schmieröle herzustellen.

Gut geschmiert fährt’s sich besser, wohin?
In einen viel zu warmen Frühling.
In ein Land mit dem Viel-zu-viel.
Da ist es wieder: viel zu viel.
Ich mache in Weniger, morgen,
überall werde ich es erzählen:
Teilen macht reich und weniger bringt mehr (meistens).

Na dann, kommen wir gut durch die Zeit! Und viele stille Momente wünsche ich Ihnen!

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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