Zur mobilen Webseite zurückkehren

Sparen am Frieden

von Bettina Röder vom 24.01.2017
Die katholische Bischofskonferenz will der deutschen Sektion der Friedensbewegung Pax Christi den Zuschuss von 60000 Euro streichen. Zahlreiche weitere Projekte sind ebenfalls von Kürzungen betroffen. Gerade angesichts hoher Kirchensteuereinnahmen ist das nicht nachvollziehbar, meint Bettina Röder. Ein Kommentar
Der Verband der Diözesen Deutschlands will der katholischen Friedensorganisation Pax Christi den Zuschuss streichen
Der Verband der Diözesen Deutschlands will der katholischen Friedensorganisation Pax Christi den Zuschuss streichen

In dieser Zeit der rechten Vereinfacher und Demagogen ist noch einmal mehr klar geworden: Die Zivilgesellschaft, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung einsetzt, ist kostbar und nicht mit Geld aufzuwiegen. Doch genau das hat die katholische Deutsche Bischofskonferenz jetzt getan. Unter dem Vorwand des Sparens will sie der deutschen Sektion der Friedensbewegung Pax Christi den Zuschuss auf Bundesebene ab 2018 streichen. Es geht um 60 000 Euro, ein Fünftel des Gesamtbudgets von Pax-Christi. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) entscheidet im Auftrag der Bischofskonferenz über den Zuschuss. Doch nicht nur Pax Christi, sondern auch hundert andere Gemeinschaftsprojekte – viele davon engagieren sich für die Dritte Welt – sind von Kürzungen betroffen: katholische Auslandsgemeinden etwa, die internationale Frauenarbeit und ein Programm von Justitia et Pax für Priester und Laien in der Dritten Welt.

Kirchensteuereinnahmen von mehr als sechs Milliarden Euro

Das ist alles andere als nachvollziehbar. Hat nicht Papst Franziskus noch zum katholischen Weltfriedenstag am 1. Januar angesichts der weltweiten Konflikte von einem »Weltkrieg auf Raten« gesprochen? Er hat einen stärkeren Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung angemahnt. Da klingt die Streichung der Mittel gerade für diese Aufgaben in Deutschland wie ein Hohn. Besonders, da die katholische Kirche reich ist. Im Blick auf die Kirchenst

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Kommentare
Der Kommentierungszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen, daher können Sie ihn leider nicht mehr kommentieren.
Hanna Leinemann
12.02.201711:39
Was ist schon nachvollziehbar am Handeln der katholischen Bischofskonferenz? Sie wollen sich an öffentlichen Reaktionen ausrichten? - ja, nur nicht an Gottes Gebot, denn ihn glauben sie ja bei sich in Geiselhaft. -
Paul Haverkamp
26.01.201711:24
Die Ignoranz bei den Gremiumsmitgliedern der DBK bezüglich einer Unterstützung von Vereinigungen, die sich überkonfessionell für ein Mehr an Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einsetzen, ist schon erschreckend und verstörend zugleich.

Doch all diese Gruppen gehören in den Augen bestimmter DBK-Mitglieder zu den „Linken“, „Querdenkern“, Reformaktivisten, die nur „Unruhe“ erzeugen in den von Marx auf „Totenruhe“ eingeschworenen Amtskirchenverein.

Es ist der „Mausoleums-Katholizismus“, der den Ewig-Gestrigen ihren „Halt“ und ihre violette „Würde“ gibt; eine „potemkinsche Atmosphäre“! Leere Kirchen und Priesterseminare spiegeln zwar die Realität, doch die „normative Kraft des Faktischen“ erreicht die Bischofselite nicht mehr. Auch für sie das postfaktische Zeitalter seinen Einzug gehalten.

Die Immobilienmakler und Abrissunternehmer lauern auf ihre in naher Zukunft kommenden Chancen.

Jana Benz
25.01.201721:19
Bitte nicht mehr "Dritte Welt" schreiben.