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vom 26.08.2020
von Günther M. Doliwa

Für Achille Mbembe *1957 in Kamerun

Was wenn durch die Pandemie
Die Entbehrlichen noch entbehrlicher würden
Die Unerwünschten noch unerwünschter
Die Vernachlässigten noch vernachlässigter
Die Ärmsten noch bitterärmer
Die Unzähligen noch unzähliger

Wir sind nicht die einzigen Bewohner der Erde
Mikroben Viren Kräfte zersetzen uns
Formieren und deformieren uns
Gebrauchen und degradieren uns

Die Pandemie führt Strukturen vor Augen
Die aus Gewalt Abhängigkeit Chaos bestehen
Wie fragil und verletzlich unsere Zivilisation ist
Wie nicht zu beherrschende Netze Brutalität beschleunigen

Was jenseits jeder Berechnung liegt
Unkalkulierbar arm und nackt
Schreckt den Markt auf der nur Preise kennt

Die Pandemie straft die
welche erzwungen ihre Mobilität aufgeben müssen
gezwungen zu warten auf nichts
Fast niemand kümmert sich um die ärmsten Gruppen
die nicht mehr in der Lage sind sich um sich selbst zu kümmern
Pandemien die unsere Vernichtung implizieren
multiplizieren die Ängste begleitet von Aufwallungen der Irrationalität
Irgendjemand muss sich doch gegen uns verschworen haben
Feind, zeig dein Gesicht So redet man zu Terroristen

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Wer für entbehrlich erklärt werden kann
weil er negativ ansteckend ist
dessen entledigt die Gesellschaft sich als Opfer der Auslese
entweder verhungern zu Hause oder sich anstecken
Beides keine Alternative

Ohne Körper an Körper kein Tanz
Ohne Kontakt keine Solidarität kein Trost
Ohne Nähe keine Kraft zum Kampf
Ohne Arbeit kein Mampf Ohne Liebe kein Dampf
Ohne Zugang zum Lebensnotwendigen
wird das Recht auf Existenz zur Farce

Wer sind die Gewinner der Krise
Digitalhändler Rechenzentren
Massenfarmer Fleischfabrikanten Verbotspolitiker
Der Lockdown kostet ein Vermögen
Das Leben hat keinen Preis

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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