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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2020
Der Sinnlosigkeit widerstehen
Ostern in der Corona-Krise
Der Inhalt:

»Jesus ist nicht witzlos«

von Viola Rüdele vom 13.04.2020
Einfach mal lachen! Humor und Religion helfen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Die Humorexpertin und Theologin Gabriela Köster erklärt im Interview, dass Jesus voll »heiligen Esprits« war und weshalb sie das Osterlachen für einen »Schuss in den Ofen« hält.
Lachen kann erlösend sein: Man erkennt, dass das, was ist, nicht alles ist. (Foto: iStock by Getty/bowie15)
Lachen kann erlösend sein: Man erkennt, dass das, was ist, nicht alles ist. (Foto: iStock by Getty/bowie15)

Publik-Forum: Frau Köster, in der aktuellen Lage kann einem das Lachen vergehen. Können Sie da als Theologin trotzdem eine Lachempfehlung aussprechen?

Gabriela Köster: Ja, absolut. Lachen ist gut fürs Immunsystem, baut Spannung ab und ist ein soziales Schmiermittel sondergleichen. Außerdem teilen Humor und Religion die gleiche Grundannahme, dass es gut – nämlich in Gottes Hand – enden wird. Dieses Gute strahlt aufs Heute zurück. So kann man versuchen, das Leben mit heiterer Gelassenheit irgendwie hinzukriegen.

Kann Lachen also, wie der Religionssoziologe Peter Berger sagte, »erlösend« sein?

Köster: Zum Humor gehört, dass man Abstand nehmen kann von der Situation, in der man steckt. So kann man erkennen, dass das, was ist, nicht alles ist. Das kann zu einem Perspektivwechsel und einer Umwertung der eigenen Werte führen, ganz ähnlich wie im Magnifikat der Maria aus dem Neuen Testament.

Warum fehlt in Kirchen häufig der Humor?

Köster: Lachen zu erzeugen ist nicht so einfach. Im Mittelalter hat man das mit dem Osterlachen versucht. Es war aber damals schon ein Schuss in den Ofen. Eine Stelle in die Liturgie einzubauen, wo man auf Kommando zu lachen hat, kann nicht gelingen.

Gibt es denn in der Bibel humorvolle Texte?

Köster: Man muss schon sehr mühselige Interpretationsverrenkungen anstellen, um in der Bibel Humor zu finden. Letztlich ist es eine Frage der Definition. Ein bisschen Sarkasmus kann man erkennen, wenn die Israeliten Mose fragen, ob es in Ägypten nicht genug Gräber gebe, s

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