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Publik-Forum, Heft 24/2013
Da sein, wo die Wunden der Welt sind
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Hören auf das Unerhörte

von Ursula Baatz vom 20.12.2013
Lesen, nachsinnen, schauen: Kontemplative Übungen haben eine lange Tradition in den christlichen Kirchen. Sie können dem eigenen Leben eine völlig neue Richtung geben
Meditieren: In dieser Übung treffen sich die Religionen der Welt. (Foto: Maygutyak/Fotolia)
Meditieren: In dieser Übung treffen sich die Religionen der Welt. (Foto: Maygutyak/Fotolia)

Der renommierte Geigenbauer Martin Schleske erklärt gelegentlich auch katholischen Bischöfen die Kunst des Geigenbaus. Er spricht über die langen, mühsamen Wege ins Gebirge, um die richtigen Hölzer zu finden; über die arbeits- und zeitintensiven Prozesse der Holzbearbeitung; wie oft ein Stück Holz, das durch die Gewalt von Wind und Wetter verknotet gewachsen ist, am Ende den schönsten Klang entwickelt, wenn es richtig behandelt wird.

Der Geigenbau ist für Schleske eine Metapher für das spirituelle Potenzial, das in jedem Menschen liegt, und seine Texte erleben viele als Anstoß für die eigene geistig-geistliche Entwicklung. Sein Buch »Der Klang« erzählt »vom unerhörten Sinn des Lebens« – und da redet nicht nur ein Geigenbauer, der Physik studiert und ein Akustik-Labor eingerichtet hat. Hier spricht auch ein intimer Kenner der spirituellen und kontemplativen Tradition des Christentums, der seinen Tag mit Stille beginnt.

Stille und das Hören auf das Unerhörte – das nicht Hörbare und das, was alles Hören übersteigt – sind dem Handwerk des Geigenbaus und der Übung der Kontemplation gemeinsam. So unterstützte Schleske kürzlich das »Symposium Kontemplation« in Wien mit einer Konzertlesung. Das große Publikumsinteresse am Thema Kontemplation überraschte die beiden Ordensleute Bernhard Bürgler und Petra Hiemetzberger, die die Tagung organisiert hatten und seit mehreren Jahren »Stille in Wien« anbieten: einen Ort des Rückzugs und der Besinnung mitten in der Stadt.

Dringend gesucht: Der Riss in der medialen Matrix

Beide orten eine zunehmende Sehnsucht der Menschen nach Stille, für die es im kirchlichen Alltag oft nur selten einen Raum gibt – genauso wie im

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