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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

Ein offenes Ohr für Ecuador

von Knut Henkel vom 07.11.2019
Regierung und Opposition sind zerstritten. Da zwingt ein kirchlicher Sender sie zum Reden – mit Erfolg
Das Ohr beim Volk: Reporter Mario Calle von Radio Catolica (Foto: facebook/iglesiadecuenca)
Das Ohr beim Volk: Reporter Mario Calle von Radio Catolica (Foto: facebook/iglesiadecuenca)

Was ein Radiosender wert ist, zeigt sich in der Krise. Radio Católica in Ecuador hat den Ruf, zu den besten Sendern des Landes zu gehören. In den dramatischen letzten Wochen, als die gewählte Regierung Lenin Moreno das Ziel wütender Massenproteste wurde, trug der Basis-Sender dazu bei, dass beide Seiten zu Wort kamen, dass das Gespräch untereinander nicht abriss und die Regierung – anders als die Regime in Honduras oder Venezuela – schließlich einlenkte.

Was war geschehen? Vor allem Indigene und Arme traf die neue Sparpolitik im Erdölstaat massiv. Für Menschen, die von umgerechnet 350 Dollar im Monat ihre Familie durchbringen müssen, ist die von der Regierung verfügte, später dann wieder kassierte Preiserhöhung der Bustickets eine Katastrophe. Sie protestierten massenhaft. Die aufgeheizte Stimmung hätte auch in einem Blutbad enden können.

Redaktionsbesuch: Ein in Blau und Weiß gehaltenes Schild mit dem Schriftzug »Radio Católica« weist auf das Studio des Regionalradios in einem ehemaligen Kloster in Cuenca hin. Mehrere Frauen verabschieden sich gerade in der Tür von Redaktionsleiter Mario Calle. »Das waren Sprecherinnen einer Frauenvereinigung. Wir lassen soziale Organisationen zu Wort kommen, wir berichten über Konflikte vor Ort stets aus kontroversen Perspektiven und informieren über das religiöse Leben«, sagt der Chefredakteur mit Stolz und Selbstbewusstsein.

»Das Gros der Medien in Cuenca und der Provinz Azuay hat keine lokalen Korrespondenten. Sie berichten nicht von vor Ort.« Calle und seine beiden Kollegen sind dagegen regelmäßig unterwegs, führen Interviews, laden lokale Umweltorganisationen, aber auch Politiker und Mitarbeiter der Behörden e

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