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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2020
Der Gott von gestern
Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind
Der Inhalt:

Wie in Indien junge Dalit Frauen ihr Leben verändern

von Olaf Dellit vom 25.07.2020
Obwohl in Indien das Kastensystem offiziell abgeschafft ist, werden die Dalits (früher »Unberührbare«) immer noch diskriminiert. Das Bildungszentrum Pravaham will junge Dalit Frauen stärken und bildet sie zu Pflegehelferinnen aus. Doch die Corona Pandemie trifft sie besonders hart
Im Bildungszentrum Pravaham in Südindien werden junge Dalit Frauen zu Pflegehelferinnen ausgebildet (Foto: medio.tv/Dellit)
Im Bildungszentrum Pravaham in Südindien werden junge Dalit Frauen zu Pflegehelferinnen ausgebildet (Foto: medio.tv/Dellit)

Autohupen, Tuk-Tuks, Motorräder (mit bis zu fünf Personen besetzt), die Staub aufwirbeln. Dann ein unscheinbarer Wegweiser auf eine grobe Straße in den Wald hinein. Und plötzlich ein Tor, an dem ein Posten Wache hält: Pravaham heißt das Zentrum im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu, das sich als »Gemeinschaft für Frieden und Gerechtigkeit« bezeichnet. Es ist eine Idylle, die sich dem Besucher eröffnet, fernab von Staub und Lärm. Auch die jungen Frauen, die hier ein Jahr lang wohnen und sich zu Pflegehelferinnen ausbilden lassen, erleben das so. Die 19-jährige Ramyam Shivaraj war bei ihrer Ankunft erstaunt, wie wohltuend das viele Grün die unbarmherzige Sonne verdeckt. Sie ist eine von zwanzig jungen Frauen, deren Aufenthalt hier von der Ausbildungshilfe unterstützt wird. Der Verein, der zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehört, wird in diesem Jahr sechzig Jahre alt. Die Ausbildungshilfe begann als Unterstützung für junge Menschen in Südindien. Heute hilft sie mit Partnerorganisationen in zehn Ländern Asiens und Afrikas 1300 Stipendiaten. Die Stipendien werden mit Spenden und Kollekten finanziert.

Der Name Pravaham steht in der altindischen Sprache Sanskrit für »nie versiegender Bach« und bezieht sich auf eine Bibelstelle im Buch Amos (5,24): »Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.« Gegründet wurde das Zentrum im Jahr 1993 von Bischof Ananda Rao Samuel, heute wird es von seiner Tochter Lucy Shyamsundar geleitet. Die 65-Jährige ist das Herz dieser Gemeinschaft, ihr Tatendrang und ihre Hingabe wirken ansteckend.

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