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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Du sollst keine Trumps neben mir haben!

von Britta Baas vom 26.02.2017
Siegen, zerstören, herrschen: Der US-Präsident inszeniert sich als Gott des Gemetzels. Wie begegnet man diesem Mann?
Der geflügelte Donald: Schnappschuss im Pentagon, vor dem Siegel der USA. (Foto: Reuters/Carlos Barria)
Der geflügelte Donald: Schnappschuss im Pentagon, vor dem Siegel der USA. (Foto: Reuters/Carlos Barria)

Es ist besser, einen Tag als Löwe zu leben als hundert Jahre als Schaf.« Dieser Satz hat weniger als 140 Zeichen. Deshalb passt er in einen Tweet. Es ist ein guter Satz für Donald Trump, der gern über den Kurznachrichtendienst Twitter regiert. Dort setzt er kurze, knackige Botschaften in die Welt. Ein knappes Jahr vor Beginn seiner Präsidentschaft – da war er schon entschlossen, der erste Mann im Staat zu werden – twitterte er seine Weisheit über den Löwen und das Schaf. Dass er sie von einem anderen übernommen hatte, Benito Mussolini, ist interessant, zeigt es doch, dass Trump sich einer totalen Idee von Herrschaft nahe fühlt. »Ich bin der Löwe«, lautet seine Botschaft. Ich bin stark und mächtig, blutrünstig und potent. Logisch, dass ich jederzeit ein paar Schafe reißen kann, wenn es mir beliebt. Das Leben wäre gar nicht der Mühe wert, würde man es nicht als Löwe führen.

Dass Donald Trump das mussolinische Bild des Löwen für sich in Anspruch nimmt, zeigt, dass er als Majestät gesehen werden will. Ein paar Grausamkeiten hier, ein bisschen Gnade da: Das ist sein Regierungsstil. Unberechenbar zu sein gehört zu den mythologischen Eigenschaften des Löwen. Jederzeit kann er sich als Herrscher zeigen, der über Tod oder Leben entscheidet. Seine Legitimation ist er selbst. Sein Ego ist das eines Unangreifbaren, der keine Werte kennt außer der Befriedigung seiner Gier. Es ist ein Ego, das göttlich sein will, ohne sich an einen Gott zu binden. Das regiert, ohne nach seiner ethischen Verantwortung für die Welt zu fragen.

Trump, der weltimmanente Gott des Gemetzels, gibt sich allerdings manchmal Mühe, seine Verantwortungslosigkeit zu verschleiern. Weil es in den USA kaum möglich ist,

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