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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Imame spitzeln – ist ihr Verband unschuldig?

Haben Imame in Deutschland ihre Gemeindemitglieder bespitzelt und vermeintliche Gülen-Anhänger nach Ankara gemeldet? Dieser Verdacht steht seit Wochen im Raum und hat sich bestätigt. Mitte Februar gab es Razzien in den Wohnungen von vier Geistlichen; weitere stehen unter Verdacht (Publik-Forum, 3/2017, S. 36). Die Ditib (die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.), größter Moscheeverband in Deutschland, sieht sich selbst von diesen Vorgängen nicht berührt. Der Verfassungsschutz habe zwar 13 Ditib-Imame und einen stellvertretenden Koordinator aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ausfindig gemacht, die Spitzelberichte an die türkische Religionsbehörde Diyanet geschickt hätten. Doch »eine direkte Einbindung der Ditib als Organisation« habe es nicht gegeben.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutzpräsident Burkhard Freier berichtete im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtages, es seien Namen von 33 Personen und 11 Bildungsinstitutionen in den Berichten der Imame genannt worden. Die staatliche türkische Religionsbehörde Diyanet habe die Imame am 5. September 2016 aufgefordert, Informationen zu liefern.

Die Ditib formulierte in einer Presseerklärung aus ihrer Zentrale in Köln, man sei »erleichtert, nun mit dem mündlichen NRW-Verfassungsbericht sachlich und offiziell entlastet zu werden.« Der Verband sei leider »vorverurteilt« worden: »Ditib ist nicht Dienstherr der Imame. In Gesprächen mit der Diyanet, welche die Dienstaufsicht über die Imame hat, wurde um Aufklärung gebeten …«

NRW-Innenminister Ralf Jäger (