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Die Worte des Herrn an seinen Poeten

vom 07.08.2020
von Lutz Riehl, Glashütten

Als aber die Deutschen
in der sechsten Woche des Corona-Virus waren
und derob nicht aufhörten zu murren und zu klagen,
kam der Herr zu mir, seinem unwürdigen Dichter,
und sprach also folgende Worte:
»Geh hin, setze dich hernieder
und schreibe alles auf, was ich dir sage,
damit es durch dich den Deutschen kund werde.«
Und er begann also in folgenden Worten
zu mir zu reden:

»Ich bin der Herr, euer Gott,
und ich habe euer lautes Wehklagen vernommen,
das ihr wider mich führt, da euch Corona solchermaßen plagt.
Wahrlich, ich sage euch:
Ich bin es, der euch dieses Virus gesandt hat,
auf dass ihr,
die ihr nicht auf eure Jugend hört,
die ihr die Alten missachtet,
die ihr die Umwelt versaut,
die ihr immer flegelhafter miteinander umgeht,
die ihr euch für die Größten, Schönsten und Besten haltet,
die ihr nur an Geld denkt, wahre Reichtümer aber missachtet,
endlich aufwacht
und dazulernt.

Was nützt es euch, überall gewesen zu sein,
nur nicht bei euch selbst?
Was nützt es, die ganze Welt zu kennen,
nur nicht eure Nächsten?
Was nützt es, wenn ihr Geld und Gut besitzt,
aber keinen Verstand?

Daher sage ich euch:
Ihr sollt mit eurem Arsch zu Hause bleiben
und nach innen verreisen.
Ihr sollt nicht aller Welt auf die Nerven fallen
mit eurem Gejammer und eurer Anwesenheit,
denn davon wird sie krank an Leib und Seele.
Solltet ihr aber anderen Mut machen und helfen wollen,
gehet hin und tut, was zu tun ist.
Wer dies aber ausnutzet,
um mit Jammern und Wehklagen all so fortzufahren,
der soll unrein sein bis an den dritten Tag,
und er soll zum Zeichen der Buße
die Gesichtsschutzmaske nimmer mehr abnehmen,
auch zuhause nicht!

Wer aufbegehrt und darüber murrt,
dass die Interessen der Wirtschaft
hinter allem Leben zurückstehen,
dem soll das Klopapier ausgehen
bis ins dritte und vierte Glied.

Auch sollt ihr nicht hamstern,
als ob es kein Morgen gäbe,
weder Nudeln und Konserven
weder Desinfektionsmittel noch Hygieneartikel
denn siehe, es ist genug von allem da,
auf dass jeder von euch reichlich davon haben kann
sieben mal sieben Jahre.
Wer aber fortfährt zu hamstern,
ohne anderen etwas übrigzulassen,
oder das, was er hat,
mit ihnen zu teilen,
wahrlich ich sage euch,
ich werde ihn schlagen
mit tausend mal tausend Fertiggerichten,
bis diese ihm zu den Ohren herauskommen.

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Wer, um des Mammons willen, die Krise ausnutzt,
seinem Nächsten das Ersparte zu entreißen,
hat sein Leben verwirkt,
er wird dem Trump übergeben,
denn wer sich schuldigt macht
in den Augen des Herrn,
soll sehen, was er davon hat!

Wer mir zum Lobe
das heilige Opfer darbringen will,
soll daran nicht gehindert werden,
aber bitte
verzichtet auf »heilig«
verzichtet auf »Opfer«
und bitte verzichtet auf das Singen.
Wem sich aber dennoch
ein Lied aus der Kehle schleicht,
der soll euch und allen anderen unrein sein,
Schlager und Volksmusik soll er hören,
bis der Arzt kommt
und nimmermehr einen richtigen Ton treffen.

Dies aber ist das wichtigste Gebot
vor allen anderen: Mein Volk,
lerne endlich, verdammt noch mal,
dich in Geduld zu üben.
So du jetzt nicht lernst,
in Stille zu beobachten,
wie sich die Welt entwickelt,
um dann angemessen zu reagieren,
wirst du es nie lernen,
und ich werde dich in der Isolation halten
bis auch die letzte Fußball-Weltmeisterschaft,
die letzten Olympischen Spiele,
das letzte Konzert
das letzte Oktoberfest
und der letzte Kirchentag
endgültig abgesagt ist

Geh hin
und harre in Geduld!«

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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