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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2016
Ohne Hoffnung keine Zukunft
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Die unsterbliche Kraft des Christentums

von Jörg Lauster vom 15.01.2016
Die Zukunft des Glaubens hängt nicht an seiner institutionellen Gestalt, sondern an seinen Überzeugungen und Idealen. Und damit kann es auch in der Moderne bestehen, meint der evangelische Theologe Jörg Lauster
»Der Mönch am Meer« von Caspar David Friedrich: Religion wird für den Künstler zum Ort der Nachdenklichkeit der Menschen über ihren Platz in dieser Welt. Die Kulturepoche der Romantik spürte, dass mit der Moderne alte Gewissheiten verloren gingen und versuchte, das Geheimnis der Religion neu zu beschreiben (Foto: pa/akg)
»Der Mönch am Meer« von Caspar David Friedrich: Religion wird für den Künstler zum Ort der Nachdenklichkeit der Menschen über ihren Platz in dieser Welt. Die Kulturepoche der Romantik spürte, dass mit der Moderne alte Gewissheiten verloren gingen und versuchte, das Geheimnis der Religion neu zu beschreiben (Foto: pa/akg)

Ein einsamer Mönch blickt hinaus auf das unendliche Meer und den unendlichen Himmel. Caspar David Friedrichs »Der Mönch und das Meer« war für seine Zeitgenossen ein unheimliches Bild, bald wurde es vergessen, heute ist es eines seiner berühmtesten Bilder. Friedrich beschäftigte sich ausführlich mit Fragen der Religion, das Bild ist gemalte Anschauung des Universums, es ist aber für den Künstler vermutlich auch eine Vision künftigen Christentums. Religion wird zum Ort der Nachdenklichkeit der Menschen über ihren Platz in dieser Welt. Friedrich empfand das keineswegs als traurig oder melancholisch, in dieser Aussicht lag für ihn ein tiefer Trost.

Die Kunst half dem Christentum, Brüche zu überwinden

Die Romantik ist eine kulturelle Strömung an einer der wichtigsten Umbruchstellen in der neueren Geschichte des Christentums. Es galt, einen Traditionsbruch zu meistern und das Christentum hinüberzuführen in die Welt der Moderne. Dazu gehört beides: einerseits ein Gespür für das, was verloren geht, und andererseits das Getragensein von einer Kraft, die weiterführt. Die Romantiker hatten ein sehr sicheres Empfinden dafür, dass die heraufziehende Industrialisierung und Technisierung den Blick der Menschen auf die Welt, in der sie lebten, radikal verändern würde.

Entzauberung hatte ein Jahrhundert später Max Weber diese fortschreitende Rationalisierung genannt, in der die Welt als ein kaltes Räderwerk erscheint. Dazu gehörte auch, dass alte Überzeugungen und Gewohnheiten ihre orientierende Bedeutung verloren. Das Christentum traf dies besonders. Seine zentralen Lehren wie die Erschaffung der Welt, die Menschwerdung Gottes und der Glaube an eine Auferstehung der Toten fanden in die

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