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Publik-Forum, Heft 2/2020
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Die Spur der vernünftigen Freiheit

von Norbert Copray vom 26.02.2020
Wie Jürgen Habermas das Verhältnis von Glauben und Wissen bestimmt
Jürgen Habermas und Joseph Ratzinger in München(Foto: pa/Gerten)
Jürgen Habermas und Joseph Ratzinger in München(Foto: pa/Gerten)

Ist es attraktiv, religiös zu sein, gar christlich zu glauben? Sich religiös zu geben – darauf verstehen sich etliche Menschen, zumal, wenn sie auf Zustimmung vermeintlich religiöser Menschen angewiesen sind. Für viele jedoch ist Glaube zum Hintergrundrauschen mutiert. Sie fragen sich, ob Debatten darüber überhaupt noch Sinn haben.

Diese Skepsis hat viele Ursachen: eine davon ist der Erfolg des wissenschaftlich-technologisch-ökonomischen Zeitalters. Dazu kommt: Wir leben in einer medialen Gesellschaft, die auf Konsum und Effizienz ausgerichtet ist. Und wir erleben lügnerische und unflätige Spitzenpolitiker, die wie etwa Donald Trump, Boris Johnson, Recep Erdogan, Wladimir Putin und Jair Bolsonaro den Glauben durch Verschwörungstheorien und digitale Manipulationen ersetzen und ihn so ruinieren. Oder sie okkupieren christliche oder islamische Glaubensvorstellungen für faschistoide Zwecke der Volksverführung. Haben vernünftige Debatten über Religion und Glaube unter diesen Bedingungen überhaupt noch einen Sinn?

Der 2003 verstorbene Philosophie- und Rechtsprofessor Ronald Dworkin plädierte für eine »Religion ohne Gott«, so wie der ehemalige Philosophieprofessor André Comte-Sponville eine »Spiritualität ohne Gott« favorisiert. Dworkin markiert die gottlose Religion durch ethische Verantwortung, Sinnorientierung, Wahrnehmung der Schönheit kosmischer Ordnung und Sensibilität für die transzendente Würde des Lebens. Die »unabhängige Wirklichkeit von Werten« sieht er als Grundlage einer Religion ohne Gott. Welchen Wert hätte eine solche Religion? Was wäre ihr Alleinstellungsmerkmal?

Mit einem neuen, imposanten Werk schaltet sich nach zehn Jahren Arbeit am Manu

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