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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2016
Was die Gesellschaft zusammenhält
Ein Gespräch mit dem Philosophen Hans Joas
Der Inhalt:

Die Gier, das Geld und das Heil

Luthers Botschaft von der freien Gnade hat die Wirtschaft noch nicht erreicht: Es ist genug für alle da, wenn man es nicht allein nach Marktpreisen verteilt. Ökonomische Gedanken zu den 95 Thesen
Ablass-Urkunde für Gläubige, die die St. Jacobs Kapelle der Gemeinde im niederschlesischen Klodzko, dem heutigen Polen, besuchten (Foto: Jacek Halicki/Wikipedia)
Ablass-Urkunde für Gläubige, die die St. Jacobs Kapelle der Gemeinde im niederschlesischen Klodzko, dem heutigen Polen, besuchten (Foto: Jacek Halicki/Wikipedia)

»Erstaunlich ist es, wie sehr es dich trifft, wenn ich ein wenig gegen die Habgier angehe. Denn du kannst es geduldiger ertragen, wenn ich gegen die Schrift gekämpft hätte, als wenn ich gegen die Habgier streite.« So schrieb Martin Luther im August 1518 an den Theologen Silvester Mazzolini, genannt Prierias, der im päpstlichen Auftrag ein Gutachten zu Luthers Lehre verfasst hatte. In der Tat war man in Rom alarmiert, dass mit Luthers Thesen die Autorität des Papstes angegriffen wurde, indem die Wirksamkeit der päpstlichen Ablässe infrage gestellt und der Papst mit Habsucht in Verbindung gebracht wurde. Zwar ging es Luther in seinen berühmten 95 Thesen vom Herbst 1517 zuerst um den Ernst der Buße und des christlichen Lebens, den er durch die Ablasspraxis in Gefahr sah. Aber er hat auch den weit verbreiteten Verdacht geteilt, dass es bei der Ausstellung immer neuer Ab