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»Der Papst muss liefern!«

von Michael Schrom vom 08.10.2015
Wie erreicht man Reformen in der katholischen Kirche? Im neuen Publik-Forum streiten darüber drei Menschen mit drei sehr unterschiedlichen Ansichten: der Kirchenhistoriker Hubert Wolf, die Kirchenrechtlerin Sabine Demel und Martha Heizer von der Initiative »Wir-sind-Kirche«. In einem Punkt sind sie sich einig: Die laufende Familiensynode entscheidet über das Schicksal des Papstes
Franziskus als Projektionsfläche: Eine Studentin aus Minnesota unterschreibt auf einem Papstposter für Reformwünsche. (Foto: Reuters/Mark Makela)
Franziskus als Projektionsfläche: Eine Studentin aus Minnesota unterschreibt auf einem Papstposter für Reformwünsche. (Foto: Reuters/Mark Makela)

»Der Papst muss liefern. Denn die Menschen haben genug von Dialogprozessen, die kein Ende und kein Ergebnis haben.« Diese Einschätzung äußert der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf in dem großen Publik-Forum-Streitgespräch. Anlässlich der soeben begonnen Familiensynode in Rom sagte Wolf: »Der Papst selbst hat die Latte sehr hoch gelegt. Wenn sich jetzt nichts tut, werden die Menschen, die hohe Erwartungen an ihn haben, radikal enttäuscht sein.« Skeptisch äußerte sich der Priester und Bestsellerautor (»Krypta«, »Die Nonnen von Sant Ambrogio«) über die Reformprozesse im Vatikan und den Stil des Papstes im Umgang mit der Kurie: »Wer seine Mitarbeiter öffentlich so vorführt, muss sich fragen lassen, wie er sie für seine Reformprozesse gewinnen will.« Möglicherweise sei dies jedoch ein »Hilfeschrei nach außen, weil der Papst merkt, dass es in der Kurie nicht vorangeht«.

Wolf sieht etliche Möglichkeiten zur Reform, die schon jetzt problemlos umgesetzt werden könnten, wenn der Papst es wollte. Entscheidend für die Zukunft der Kirche sei, ob es gelinge, die Dezentralisierung voranzutreiben. »Wenn nur ein einziges Mal das Subsidiaritätsprinzip angewendet würde- wenn also ein Teil der Weltkirche ihre Belange so regeln könnte, wie sie es braucht, ohne dass man gleich die katholische Einheit in Frage stellt -, wäre ein ganz wichtiges Tor geöffnet.«

»Eine Frauenquote für die Kurie«

Sabine Demel, katholische Kirchenrechtlerin aus Regen

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