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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2015
»Macht Wirbel!«
Wie der Papst die Kirche aufmischt
Der Inhalt:
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Der Islam, dein Feind und Helfer

von Britta Baas vom 06.11.2015
Im Westen der Welt halten viele die Anhänger Mohammeds für gefährlich und den Koran für ein Buch der Gewalt. Navid Kermani und Mouhanad Khorchide sagen: Es ist alles ganz anders
Navid Kermani wurde in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, nach seiner bewegenden Rede in der Frankfurter Paulskirche bat er um ein Gebet (Foto: pa/dpa/Arne Dedert)
Navid Kermani wurde in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, nach seiner bewegenden Rede in der Frankfurter Paulskirche bat er um ein Gebet (Foto: pa/dpa/Arne Dedert)

Neulich noch schien alles so einfach: Deutschland, geprägt vom Christentum und dem Zeitalter der Aufklärung, hatte sich mit der Religion im Land gut eingerichtet. »Die Religion« war vor allem christlich, und der Staat war dankbar für ihre Existenz. Man hatte entschieden, sich in getrennten Sphären aufzuhalten, sich gegenseitig nicht wehzutun, sondern sich immer wieder aufeinander zu beziehen. Bis heute lobt so manche Verfassung eines Bundeslandes ausdrücklich jene »christlichen Werte«, auf die sich seine Politik bezieht. Staatsakte kommen kaum ohne Vertreter der beiden großen christlichen Konfessionen aus. Sie werden geschätzt und gebraucht. Und sei es nur, um ein Werte-Vakuum zu füllen, das der säkulare Staat bisweilen spürt.

Jetzt aber ist alles anders geworden. Zu den etwa vier bis fünf Millionen Muslimen, die seit Jahren in Deutschland leben (genaue Zahlen kennt man nicht, weil es keine autorisierten Mitgliedszählungen wie in den Kirchen gibt), kommen monatlich durch Flucht und Vertreibung aus vielen Ländern Tausende hinzu. Bald werden sechs Millionen Muslime hier leben. Oder sieben. Vielleicht auch acht oder zehn.

Es gibt Deutsche, denen macht das Angst. Dass Syrer kommen, Ägypter und Afghanen, können sie gerade noch aushalten. Aber Muslime? Ihre Religion, der Islam, gilt vielen hierzulande als rückständig, als patriarchal und gewaltgeprägt. Die Debatte darüber, wie viel Islam sich Deutschland leisten kann, ist in vollem Gange.

Den Islam neu denken

Aktuell tragen zwei Bücher und ein Friedenspreis dazu bei, diese Debatte zu vertiefen. Navid Kermani, der diesjährige Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandel

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