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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2015
Rettet das Singen
Über die Macht der eigenen Stimme
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Das verzauberte Leben

von Hartmut Meesmann vom 04.06.2015
Während das Interesse an Kirche zurückgeht, hat Spiritualität Konjunktur und verdrängt sogar zunehmend die Religion. Zwei Osnabrücker Theologinnen griffen das Thema auf und luden kürzlich Studierende zu einem Seminar über »Christsein und Mystik«. Es entwickelte sich eine spannende Diskussion über die Frage: Was ist Spiritualität?
Stille und Ergriffenheit: Die Erhabenheit der Natur fasziniert die Menschen und lässt sie größere Zusammenhänge erahnen (Foto: istockphoto/weible1980)
Stille und Ergriffenheit: Die Erhabenheit der Natur fasziniert die Menschen und lässt sie größere Zusammenhänge erahnen (Foto: istockphoto/weible1980)

Ulrike Graf lehrt Erziehungswissenschaften an der Universität Osnabrück. Ihr Spezialgebiet ist die Glücksforschung. Die Beschäftigung mit der Frage, welche Erfahrungen und Einstellungen ein glückliches Leben fördern können, führte sie zum Zauberwort »Spiritualität«. Die Osnabrücker Professorin findet es wichtig, den Studierenden im Rahmen der Persönlichkeitsbildung spirituelle Aspekte des Lebens zu vermitteln, ihnen zumindest einen Zugang zu spirituellen Fragen zu eröffnen. »Was berührt mich im Leben? Was will ich von dieser Welt? Was will ich in dieser Welt? Und was will ich für diese Welt?«

Es gibt auch eine Spiritualität ohne Gott

Das seien zentrale spirituelle Fragen, die die angehenden Lehrer und Erzieherinnen sich selbst stellen und später dann den Kindern oder Jugendlichen mit auf den Weg geben sollten. »Wenn ich auf diese Fragen eine für mich stimmige Antwort finde, gebe ich meinem Leben einen Sinn«, sagt Ulrike Graf. Das mache glücklich, zumindest glücklicher. Dabei kann der Glaube an Gott eine Rolle spielen, er muss es aber nicht. Es gibt auch eine Spiritualität ohne Gott.

Margit Eckholt lehrt katholische Theologie, ebenfalls in Osnabrück. Sie möchte, dass Spiritualität in ihren vielen Ausdrucksformen das theologische Nachdenken »dynamisiert«, belebt und zu neuen Einsichten führt. Und so beschlossen die beiden Professorinnen, ein gemeinsames Seminar zum Thema anzubieten. In dessen Rahmen fanden sich Studierende der Theologie und der Kunst- und Erziehungswissenschaften kürzlich in der Katholischen Akademie Hohenheim ein, um sich auf einer Tagung über »Christsein und Mystik« in die Diskussionen einzumischen.

D

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