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vom 11.07.2020
von Monika Stender-Muy, Mannheim

Catherine und Hans-Christian,
die jetzt schon länger Eltern war‘n,
dachten bei sich: Wir sollten uns trau‘n Luca ein festes Nest zu bau‘n.

Schnell ausgetüftelt ward der Plan.
Chris meldete sie beim Standesamt an:
Am Samstag, dem 9. im Monat Mai
wird geschlossen der Pakt (über die Treu).

Im Naturfreundehaus, so der Wunsch des Paares, wird gefeiert am 21. Mai dieses Jahres.
Zum Fest geladen werden die Alten und Jungen, die Großen und Kleinen. Es wird gesungen, getanzt, geredet, gespielt und gequatscht, gegessen, getrunken, geweint und gelacht.
Viel Glück und viel Segen wird man wünschen dem Paar.
Ein echt schöner Tag. Er wird wunderbar.

Sie haben die Einladungskarten kreiert,
ins Kuvert gesteckt, adressiert und frankiert.

Was dann geschah, was wirklich geschah,
ist so unglaublich, bizarr und doch wahr!
Das Corona-Virus, fast unmessbar klein, wird die Ursache der Covid-19-Pandemie sein.

Von jetzt auf nachher geht gar nichts mehr.
Die Schulen, die Kirchen, die Geschäfte sind leer.
Das Home wird zum Office und zur Kita im Nu.
Dem Treiben schau‘n Opa/Oma irritiert zu.

Okay, die Einladungen fürs Fest wurden zum Glück rechtzeitig noch nicht weggeschickt.
Sie liegen in einem Karton hoch oben,
das Fest wurde um ein Jahr verschoben.

Was tun in diesen Krisenzeiten?
Trübsal blasen und Angst verbreiten?
Ganz sicher nicht, es würde nichts nützen, uns nicht vor dem blöden Virus schützen.
Wir nutzen die Technik, geh‘n in die Natur.
Helfen einander und hoffen nur,
dass die ganz Jungen und die ganz Alten
und die in der Mitte zusammenhalten.
Irgendwann, demnächst, in 'nem halben Jahr, wird‘s wieder so, wie es früher war.

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Doch vorher lasst auf den Kalender uns schauen
Es naht der Mai, die Zeit zum Trauen.
Gar nicht so einfach in Corona-Zeiten.
Nur drei Menschen dürfen das Brautpaar begleiten.
Und dann, welche Freude, wer hätt‘ es gedacht:
Die Zahl der Gäste wird erhöht auf acht!
Ohne Schutzmasken (Munasken!) geht es zwar nicht, zum Wohl von uns allen ist es jetzt Pflicht.
Wie auf den Fotos zu ersehen,
konnten wir alle die Prüfung bestehen.
Sogar Johannes, der Fotograf,
ertrug die Maskierung treu und brav.

Das Ja-Wort gegeben, auch geküsst wurde schon, flott die Maske über und raus auf den Balkon.
Von unten nimmt Johannes die Korona in den Blick, fotografiert die Vermummten, das ist très chic.

Nun ist es amtlich, sie sind ein Paar
auch vor dem Gesetz. Ist doch wunderbar.
Die illustre Gästeschar hat bei sich gedacht:
Es wäre doch durchaus angebracht,
es nach reiflichem Überlegen zu wagen,
in öffentlich zugänglichen Grünanlagen
ein Tässchen Sekt auf das Brautpaar zu heben.
Es nieselte etwas, es war eher schon Regen.
Weitsichtig hatten wir vorgesorgt
und Regenschirme uns geborgt.
Zwei Meter Abstand, so sind die Vorschriften, schnell müssen wir auseinanderdriften, wenn der Ordnungshüter prüfender Blick auf uns fällt, ganz schön verrückt!

So war die Hochzeit von Catherine und Chris.
Es ist aufgeschrieben. Und eins ist gewiss:
So ist es gelaufen, nichts ausgedacht.
Wir haben das Beste draus gemacht.

Und wenn alles klappt, wir können‘s nur hoffen, wird die Hochzeitsfestterminabsprache getroffen für 2021 am 13. Mai.
Und dann kommen alle Freunde vorbei!!!!
Der Lenz wird uns grüßen, die Bäume sind grün.
Die Amsel wird singen, der Löwenzahn blüh‘n.
Dann erfüllt sich ein großer Wunsch von uns allen:

Wir werden uns froh in die Arme fallen!!!!“

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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