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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2014
Der ferngesteuerte Krieg
Kampfdrohnen: Was Politik und Militär wirklich wollen
Der Inhalt:

»Barmherzigkeit ist das Allerwichtigste«

von Peter Otten vom 25.07.2014
Bloß keine Korinthenkackerei im Namen Gottes! Das ist seine Leitschnur in Glaubenssachen. Der Musiker Wolfgang Niedecken, Frontmann von BAP, lässt lieber mal Fünfe gerade sein. Und macht aus lauter Liebe ein neues Lied. Peter Otten hat Niedecken besucht und im Interview Überraschendes erfahren
Wolfgang Niedecken auf seiner aktuellenTour: BAP zieht den Stecker. Aber Sie hören trotzdem was! (Foto: pa/Eibner-Pressefoto)
Wolfgang Niedecken auf seiner aktuellenTour: BAP zieht den Stecker. Aber Sie hören trotzdem was! (Foto: pa/Eibner-Pressefoto)

Herr Niedecken, seit der Apostel Paulus in seinem berühmten Brief an die Korinther über Glaube, Liebe und Hoffnung schrieb, sind die Christen sich ja irgendwie sicher: Das sind unsere wichtigsten Tugenden. Sehen Sie das auch so? Oder ganz anders?

Wolfgang Niedecken: Also, bei »Glaube, Liebe, Hoffnung« ist man ja schon ganz oben angekommen. Vielleicht kann man es ja auch ein bisschen kleiner angehen? Anstand ist zum Beispiel etwas ganz Wichtiges. Man muss immer bei sich selbst überprüfen: Verhält man sich anständig? Oder zieht man jemanden über den Tisch? Ob das in einer Beziehung ist oder ob wir uns hier gegenübersitzen. Oder man geht zum kategorischen Imperativ: Wenn mein Verhalten Gesetz werden könnte, weil ich mich so verhalte, wie ich auch gerne hätte, dass man sich mir gegenüber verhält – dann sinn mer doch do.

Sie sind rund um St. Severin in der Kölner Südstadt großgeworden. In der Legende vom Heiligen Severin heißt es, er habe die Musik der Engel hören können. Haben Sie das gewusst?

Niedecken: (lacht) Nein. Mit den Heiligen habe ich es auch nicht so. Obwohl ich einen meiner Söhne Severin genannt habe.

Mit Heiligen können Sie wenig anfangen?

Niedecken: Na ja, ihre Geschichten sind gut. Letztlich baut ja unsere gesamte Kultur auf diesen christlichen Geschichten auf, ob die nun wahr sind oder nicht. Meine Kinder sind nicht getauft, und ich habe ihnen dieses christliche Kulturfundament nicht vermitteln können. Wenn ich heute über etwas reden will, was in einem katholischen Kontext steht, dann wissen die gar nichts

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