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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2017
Was Menschen wirklich brauchen
Ein Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa über die Sehnsucht nach Resonanz
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Liebe Weihnachtsmänner,

vom 22.12.2017

Sie haben unsere Beratungsgesellschaft gebeten, Ihnen Vorschläge für Weihnachtsgeschenke an unsere Politiker zu unterbreiten. Nach monatelanger Recherche lege ich Ihnen hiermit meinen Bericht vor.

Beginnen wir mit Horst Seehofer. Wie wir ermittelt haben, verbringt er ganze Nächte mit seiner Modelleisenbahn in seinem Hobbykeller. Allerdings ist der Keller zu klein für sein Hobby, zumal er bald mehr Zeit dafür haben wird. Also: Mieten wir doch einen großen Raum in Wildbad Kreuth für seine Modelleisenbahn an. Wenn die CSU künftig dort Regierungsgeschäfte bespricht, kann Horst einfach nebenan spielen.

Für Angela Merkel empfehlen wir einen Spezialkochkurs für Königsberger Klopse. Sie bereitet sie bisher nach Hausmannsart zu, doch das ist für eine globale Köchin zu wenig. Wir haben mal bei der russischen und der amerikanischen Botschaft vorgefühlt. Dem Vernehmen nach hätte Präsident Putin durchaus Interesse, sich von Frau Merkel bekochen zu lassen, wenn aus den Klopsen die russische Seele spricht. Donald Trump twitterte, dass er auch gerne mit »Miss Angie« einen »Big Klops« essen würde, vorausgesetzt, er schmeckt so wie bei McDonald’s.

Für Christian Lindner würden wir dreimonatige Schweigeexerzitien in einem Kloster empfehlen. Natürlich mit First-Class-Ausstattung, Swimmingpool und einer Garage für seinen alten Porsche. Wir denken, dass ihm die Ruhe nach seinen Dauerreden in Jamaika guttun wird. Dabei würden die Patres seinem Drang nach Modernität und Freiheit entgegenkommen: Sie werden ihm zum Frühstück kein Bio-Ei aufzwingen. Er kann auch ein digitales Ei wählen. Digital first, Bedenken second.

Für Cem Özdemir empfehlen wir schlicht den Ratgeber des ehemaligen SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbrück »Das Leben geht weiter. Meine Zeit nach der Spitzenkandidatur«. Nach quälenden Wochen der Unsicherheit über die Rolle der SPD braucht auch Martin Schulz neue Inspirationen. Ihm könnten wir in Burlington im US-Bundesstaat Vermont über Weihnachten ein Haus mieten. Er wäre dort Nachbar des US-Politikers Bernie Sanders. Bei ihm könnte er lernen, wie man als sozialer Demokrat junge Leute begeistert und Stadien füllt. Auf diese Weise inspiriert, könnte Schulz dann der einzige Spitzenpolitiker sein, der wenigstens mit etwas Begeisterung an die Bildung einer neuen Regierung geht.

In diesem Sinn

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