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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2017
Was Menschen wirklich brauchen
Ein Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa über die Sehnsucht nach Resonanz
Der Inhalt:

Buch des Monats: Frieden für das Leben

von Norbert Copray vom 22.12.2017
Gerechtigkeit und Mitgefühl einüben

Luise Reddemann/Sylvia Wetzel
Mögen alle Wesen glücklich sein
Mitgefühl und Gerechtigkeit neu entdecken. Patmos. 184 Seiten. 18 €

Im Weihnachtsevangelium verkünden die Engel den Hirten den Frieden auf Erden bei den Menschen göttlichen Wohlgefallens. In einem tibetischen Wunschgebet heißt es: »Mögen alle Wesen glücklich sein.« Damit ist gemeint, dass jedes Lebewesen Herzensfrieden findet. Beides gehört zusammen: der Friede auf Erden und der Friede im Herzen. In diesem Horizont legen zwei renommierte Autorinnen ihr Buch mit dem Titel »Mögen alle Wesen glücklich sein« vor. Sie geben darin Impulse und Perspektiven, Mitgefühl und Gerechtigkeit neu zu entdecken. Luise Reddemann, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Honorarprofessorin an der Universität Klagenfurt, ist eine Koryphäe der Traumatherapie. Sie hat die spezielle »Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie« entwickelt. Sylvia Wetzel ist eine erfahrene buddhistische Meditationslehrerin und Publizistin. Beide kennen und wertschätzen einander seit Langem.

Im ersten Teil des Buches betrachtet Luise Reddemann, ausgehend von ihrer Erfahrung als Ärztin und aus der »Perspektive einer Psychotherapeutin«, die Begriffe Gerechtigkeit und Mitgefühl je für sich und in ihrem Verhältnis zueinander. Dabei geht sie davon aus, dass die Seele Gerechtigkeit braucht. Erfährt ein Kind Gerechtigkeit, ist es zu tätigem Mitgefühl in der Lage. Daher betont Reddemann besonders »Gerechtigkeit in familiären Strukturen« und verdeutlicht an Märchen das weise Wissen über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit.

Luise Reddemann sieht uns durch die Verbundenheit mit allem herausgefordert, für eine gerechte Gesellschaft einzutreten. Sie nimmt auch Gedanken aus christlicher Perspektive auf. Etwa die Arbeiten des Pastoraltheologen Hermann Steinkamp zu »Compassion«, was man als tätiges Mitgefühl mit einem solidarischen Grundton umschreiben könnte. Mitgefühl ohne gerechtes Handeln gibt es so wenig wie Gerechtigkeit ohne Wurzeln im Mitgefühl.

Sylvia Wetzel reflektiert das Dilemma, wie menschlicher Gleichheit und Verschiedenheit gleichermaßen gerecht zu werden ist. Ihre Überlegungen sind eingebettet in gesellschaftliche Kontexte und die Anforderungen an ein gerechtes Leben. Mit der »Sehnsucht nach Solidarität und Gerechtigkeit« gelangt sie zur »Liebe im Sinne der Agape«, die

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