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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2015
Friede auf Erden!
Navid Kermani über die Macht der Feindesliebe und das Geheimnis Gottes
Der Inhalt:

Aufgefallen: Ladies in Pink

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 18.12.2015
Die Ägypterin Reem Fawzy hat sich in einer Männerdomäne durchgesetzt: In Kairo führt sie ein Taxi-Unternehmen von Frauen für Frauen

Freitags steht Reem Fawzy in der Küche und kocht für ihre Familie. Das ist ungewöhnlich, denn die Unternehmerin ist sonst mit diesem und jenem beschäftigt – nur nicht mit Haushalt. Reem Fawzy, 42, hat vor wenigen Wochen das Unternehmen »Pink Taxi« gegründet. Sie bildet Frauen zu Taxifahrerinnen aus, damit Kundinnen ungestört von A nach B gelangen, ohne von aufdringlichen Fahrern belästigt zu werden. Sexuelle Belästigung ist in Ägypten ein großes Problem. Fawzy witterte eine Marktlücke – und legte los. Sie kaufte einige Autos und warb via Facebook um Fahrerinnen.

»Du wirst keine Frauen finden, die für dich arbeiten«, erzählt die selbstbewusste Ägypterin von den ersten Reaktionen aus ihrem Umfeld. Die Skeptiker irrten sich: 52 Frauen hat Fawzy inzwischen angestellt, bis Jahresende werden es 75 sein. Sie werden zwei Monate lang geschult, lernen, Reifen zu wechseln und Öl nachzufüllen. Gegen Widerstände musste sich Fawzy aber tatsächlich durchsetzen. »Frauen sollen sich in unserem Land um Kinder und Küche kümmern; viele Männer wollen nicht, dass sie arbeiten«, berichtet sie in fließendem Englisch. Auch ihr Mann war zunächst dagegen. »Inzwischen hat er es aufgegeben und lässt mich machen«, sagt sie ein wenig amüsiert.

Pink Taxi – der Name ist Programm: Fawzy trägt selbst gerne Pink, die Fingernägel sind entsprechend lackiert, häufig trägt sie auch ein pinkfarbenes Kopftuch. Die Augenbrauen sind gezupft, die dunklen Augen mit Kajal umrundet. Medien aus aller Welt waren schon da, um über ihr Start-up zu berichten. Das ist ganz nach ihrem Geschmack. Während andere als Kinder davon träumten, Lehrerin oder Ärztin zu werden, träumte sie davon, einmal berühmt zu werden. »Ich wollte in die Geschichte eingehen.«

Fawzy heiratete, als sie 19 Jahre alt war, und bekam kurz darauf zwei Söhne. 2007 eröffnete sie ein Reisebüro; vor vier Jahren dann machte sie an der American University in Kairo einen Abschluss in Management and Leadership. Dass ihr Taxiunternehmen nun in ägyptischen Talkshows für Furore sorgt, macht sie stolz. Dabei sind nicht alle begeistert von Pink Taxi: Gegenwind bekommt sie von Frauen rechtlerinnen, die beklagen, Frauen taxis seien kontraproduktiv und führten nur zur weiteren Trennung zwischen Männern und Frauen. Reem Fawzy kann darüber nur den Kopf schütteln. »Ich bin Unt

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