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Geistliche Besuche über den Todesstreifen

vom 18.12.2015
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Erstmals empfing im Dezember die »Staatliche Katholische Vereinigung« im kommunistischen und von der Welt weitgehend isolierten Nordkorea eine hochrangig besetzte Delegation von Katholiken aus Südkorea: ein bedeutendes Ereignis für das seit 1948 geteilte Korea. Bisher hatten südkoreanische Bischöfe zwar ab und zu den notleidenden Norden besuchen können, jedoch stets nur im Rahmen »humanitärer Programme«, erklärt Lee Young-Seok, der Sprecher der Südkoreanischen Bischofskonferenz. Papst Franziskus hatte bei seinem Südkorea-Besuch gefordert, die Spaltung der Nation mit den Mitteln des Friedens zu überwinden. Die Einladung zum jetzigen Besuch ging von der staatskontrollierten Katholikenvereinigung im Norden unter Kang Ji-young aus. Der 17-köpfigen Reisegruppe aus dem Süden gehörten vier Bischöfe an, darunter der Bischofs-Vorsitzende Hyginus Kim Hee-jong aus der Industriestadt Kwangjou. Einzig die Benediktiner unterhalten Klöster im Süden und im Norden Koreas. Seit Jahren setzt sich Südkoreas Kirche für die Annäherung zwischen Seoul und Pjöngjang ein. Wie viele Katholiken es im Norden nach 57 Jahren Diktatur noch gibt, ist unbekannt. Das Regime präsentiert bestellte »Darsteller«, die offenbar keine Christen sind. – Auch buddhistische Mönche und Nonnen aus dem Süden und Norden trafen sich im Dezember in der Grenzstadt Kaesong zu einer Feier des dort vor zehn Jahren wiedererbauten Ryongtong-Tempels.

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