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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2015
Friede auf Erden!
Navid Kermani über die Macht der Feindesliebe und das Geheimnis Gottes
Der Inhalt:

»Fürchtet euch nicht!«

von Lutz Krügener vom 18.12.2015
Frieden statt Gewalt: Die Weihnachtsbotschaft ist im Jahr 2015 aktueller denn je. Anmerkungen des Friedensbeauftragten der evangelischen Kirche Hannovers

An den Weihnachtstagen hören Gottesdienstbesucher die Worte des alttestamentlichen Propheten Hesekiel: »Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein.« Und dann die »frohe Botschaft« aus dem Neuen Testament: »Fürchtet euch nicht! … Euch ist heute der Heiland geboren, der Retter der Welt!« Und die Engel singen uns, so steht es im Lukasevangelium, was daraus folgt: »Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!«

In Wirklichkeit verschließen sich die politisch Verantwortlichen oft genug dieser »Frohen Botschaft«. Es gilt, was nach den Anschlägen von Paris in evangelischen Gottesdiensten zum Buß- und Bettag verlesen wurde: »Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in die Schlacht stürmt (…) mein Volk will das Recht des Herrn nicht wissen (…) Sie sagen: ›Friede! Friede!‹ und ist doch nicht Friede!« Eine bittere Erkenntnis über die Menschen: Sie handeln gegen Gottes Willen, aber auch gegen den sogenannten »gesunden Menschenverstand« und letztlich gegen die eigenen Interessen als Menschheit.

Oft genug, zu oft, haben Menschen die Leiden des Krieges erfahren und werden doch immer wieder hineingetrieben. Deutschland stürmte im vergangenen Jahrhundert allen voran. Und auch jetzt stürmt Deutschland wieder mit. Und dies, obwohl die Kriege der vergangenen zwei Jahrzehnte nicht mehr Frieden, sondern mehr Gewalt gebracht haben: 2001 wurde der Krieg gegen den Terror ausgerufen. Die Folgen waren unzählige Tote, Billionen von verbrannten Dollar und menschlicher Intelligenz und schließlich: noch mehr Terror, zerstörte Länder und Flucht. Auch die Bundesregierung beschloss Ende 2001 die Beteiligung am Krieg in Afghanistan. Nach 15 Jahren gibt es in diesem Land weder mehr Demokratie noch Frieden – dafür immer aggressivere Taliban.

2003 zog die »Koalition der Willigen« in den Krieg im Irak, völkerrechtswidrig und mit der Lüge, Massenvernichtungswaffen zu zerstören und die Demokratie zu bringen. Dieser Krieg zerstörte ein Land, brachte in der Folge 100 000-fachen Tod und legte den Grund für den heutigen Terror des sogenannten Islamischen Staates.

2011 wurde der Diktator Gaddafi »liquidiert«. In der Folge stürzten ein Land und eine ganze Region ins Chaos. In Nordafrika finden sich immer mehr Waffen. Libyen wurde zum »failed state«, zu einem gesc

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