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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2013
Da sein, wo die Wunden der Welt sind
Der Inhalt:

»Schon Fünftklässler machen mit«

von Thomas Seiterich vom 20.12.2013
Wie Elisabeth Bentrup gemeinsam mit Schülern eine Schule für Straßenkinder in El Salvador unterstützt

Zum ersten Mal bin ich mit meinem Mann Wolfgang nach El Salvador gereist. Das war im Jahr 1999. Von damals bis zu dem heutigen Schülerladen in der Frankfurter Ernst-Reuter-Schule war es ein weiter Weg. Ich reiste in das arme, dicht bevölkerte Land in Zentralamerika, um unseren Sohn Johannes zu besuchen. Der machte dort in der Hauptstadt San Salvador einen zweijährigen sozialen Friedensdienst. Er half in der Armenpfarrei »22 de abril« im Auftrag des Bistums Limburg. Johannes arbeitete mit Jugendlichen und Straßenkindern.

Das war schon damals riskant, denn die Maras, die unter Auswanderern und Flüchtlingen in den USA entstandenen kriminellen Jugendbanden, machten sich in Mittelamerika breit.

Mitten in jener bedrohten Welt lernte ich in der Gemeinde »22 de abril« die »Schule unter der Sonne« für Straßenkinder kennen. Das hieß: Die Pädagogen gehen dorthin, wo die Straßenkinder leben. So kam ich mit Isabel de Paz in Kontakt. Sie ist Lehrerin wie ich. Sie unterrichtete Straßenkinder und verlassene Jugendliche »unter den Bäumen«. Denn in ein Schulgebäude wären ihre Schüler nie gegangen. Das hat mir imponiert: Ihre Zivilcourage und das beherzte Anpacken. Sie lamentierte nicht, sie handelte. Im Jahr 2001 war Isabel erstmals in Deutschland; auf der Suche nach finanzieller Unterstützung ihrer Arbeit.

Wir wurden Freundinnen. Viermal habe ich Isabel in El Salvador besucht. Und dreimal hat sie uns besucht. Viele meiner 140 Kollegen an der Ernst-Reuter-Schule laden sie dann in den Unterricht ein. Von Religion bis Wirtschaft – Isabel hat viel zu berichten.

Wir unterstützen sie mit unserem Eine-Welt-Laden in der Schule. Den habe ich mit Schülern gegründet. Wir bilden eine Arbeitsgemeinschaft für fairen Handel. Dabei können schon Fünftklässler mitmachen. Alle Einnahmen halten wir in einem Heft fest.

Super ist die Lage unseres kleinen Ladens, der 16 Quadratmeter groß ist und den uns die Schulleitung zur Verfügung stellt. Er liegt neben dem Schulkiosk. Den betreibt ein Bäcker, mit dem wir uns gut verstehen. Am besten verkaufen sich Öko-Frucht-Süßigkeiten, zum Beispiel von der fairen Handelsorganisation El Puente. Einfach bloß Geld gesammelt haben wir nie. Wir arbeiten. Unser Lädchen erwirtschaftet genug Geld, damit die Arbeit in El Salvador fortg

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