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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2013
Da sein, wo die Wunden der Welt sind
Der Inhalt:

Manchmal töten Blicke

von Thomas Seiterich vom 20.12.2013
Die Ausstellung »Distanz und Begehren« stellt die Frage nach Fotografie und Gewalt

Eine Fotografie ist stets auch ein kleiner Gewaltakt. Selbst wenn Fotograf und Modell sich einig sind, muss der oder die Abgebildete sich zwangsweise dem Blick eines anderen anvertrauen. Es gibt keine Porträtfotografie für sich allein, sie erzählt immer vom Verhältnis zweier Menschen, und es ist Dritten anheimgestellt, wie sie diese Bildnisse deuten.

Die Brutalität dieses Abhängigkeitsverhältnisses zeigt sich aufs deutlichste in Fotografien aus der Kolonialzeit. Die Fotoausstellung Distance and Desire (Distanz und Begehren) in Burlafingen an der Bundesstraße 10 zwischen Ulm und Günzburg zeigt solche Aufnahmen aus Afrika. Hier wird sichtbar, wie Fotografen Menschen in Szene setzten, die eine andere Hautfarbe besaßen und aus einer völlig fremden Bildtradition stammten. Die meisten einheimischen Religionen Afrikas pfleg

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