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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2012
Jesu Geburt: Die Würde der Ohnmächtigen
Der Inhalt:

Willkommene Skandale

von Barbara Tambour vom 21.12.2012
Bilder von kranken Hühnern und Zitate aus einer US-Studie säen Zweifel an der Seriosität von »Bio«. Doch wie seriös ist die Kritik?

Soll man für das letzte Blech Weihnachtsplätzchen und die Frühstückseier an den Feiertagen wirklich Bio-Eier kaufen? In den vergangenen Wochen wurden mehrfach skandalöse Bilder aus Bio-Hühnerställen veröffentlicht, auf denen verdreckte, kranke und halbgerupfte Kreaturen zu sehen waren. Das soll »Bio« sein?

Dazu kam eine Studie der Universität Stanford, die von vielen Medien mit der Schlagzeile »Bio ist nicht gesünder« zusammengefasst wurde. Viele Verbraucher sind jetzt verunsichert: Wozu mehr Geld für Bio ausgeben, wenn es den Tieren gar nicht besser geht? Warum eigens zum Naturkostladen gehen, wenn dessen Nahrungsmittel auch nicht gesünder sind als die konventionellen?

Ist Bio also wirklich besser? Ja. Denn Bio steht für den Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger, für das Verbot von Bestrahlung und Gentechnik – auch in den Futtermitteln. Biologische Landwirtschaft schont die natürlichen Ressourcen Wasser, Boden und Luft stärker und ist klimaschonender.

Doch wie passen die Bilder der gequälten Legehennen in dieses Szenario? Sie alle stammen nicht aus bäuerlichen Landwirtschaftsbetrieben, sondern aus agroindustriell geführten Hühnerfabriken. Und zwischen beiden besteht ein großer Unterschied: Biobauern betreiben zumeist aus Überzeugung eine schonendere Landwirtschaft. Die riesigen Hühnerställe der Agroindustrie sind Produktionsstätten von Firmen, die sich als »Vollsortimenter« verstehen. Sie beliefern den Lebensmitteleinzelhandel, die Discounter ebenso wie Rewe und Edeka. Und eben nicht nur mit Bio-Eiern: Sie bieten auch Eier aus Boden- und Freiland-Haltung an. Oftmals werden diese auf ein und demselben Hof »produziert«, manchmal sogar im selben Stall.

Nach der EU-Bio-Verordnung ist das möglich. Nicht aber bei den Bioverbänden Bioland, Naturland oder Demeter. Die Erzeugerverbände verbieten das Nebeneinander von biologischer und konventioneller Landwirtschaft auf einem Hof. Wer Eier von Bioland oder Demeter kauft, kann sicher sein, keine aus agroindustrieller Großproduktion zu erwerben. Solche Betriebsgrößen lassen die Verbände nicht zu. Und Naturland – in dieser Hinsicht nicht so streng – hat am Nikolaustag einen Legehennen-Großbetrieb ausgeschlossen. Die Tierrechtsorganisation

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