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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2012
Jesu Geburt: Die Würde der Ohnmächtigen
Der Inhalt:

»Kein billiger Optimismus«

von Bernhard Pötter vom 21.12.2012
Was können wir trotz frustrierender Konferenzen noch gegen den Klimawandel tun? Fragen an Christoph Bals von Germanwatch

? Der Klimawandel kommt schneller, aber die Klimaverhandlungen wie gerade in Doha werden immer langsamer. Worauf müssen wir uns einstellen, wenn nichts passiert?

! Nach den jetzigen Trends sind wir auf dem Weg in eine vier Grad wärmere Welt. Das bedeutet etwa den Verlust des Grönlandeises und des Amazonas-Regenwalds und für viele Menschen eine Bedrohung ihres Überlebens. Viele dieser Veränderungen können wir noch vorausschauend verhindern, oder wir werden demnächst brutal zu Veränderungen gezwungen. Ich befürchte, dass sich die Kombination aus Ernährungs-, Wasser-, Energie- und Rohstoffkrisen als Krise der Wirtschaft, der Finanzen und der Gesellschaft fortsetzt. Dann wird der politische Handlungsspielraum sehr eng.

? Was können Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Einzelne tun?

! Als einzelne Bürger müssen wir uns für eine gerechte Zukunft einsetzen und uns nicht von unseren Regierungen und erst recht nicht von Öl- und Kohlekonzernen gegeneinander ausspielen lassen. Wir sollten uns persönlich oder als Gruppen in Verträgen etwa mit Menschen in Bangladesch, auf den bedrohten Inselstaaten oder in China verpflichten, unseren Lebensstil zu ändern und in unseren Ländern für eine andere Politik zu kämpfen.

? Eine individuelle Selbstverpflichtung zum Klimaschutz. Wie sähe die genau aus?

! Keine Internet-Petition, die man eben mal so unterschreibt. Sondern es sollte deutlich werden: Wir sind zu konsequentem Handeln bereit, auch wenn es unbequem wird. Ein Vorbild sind für mich die Tausende von Verbindungen zwischen Menschen in Ost und West während des Kalten Krieges. Da haben viele die offizielle Konfrontation verweigert, oft inspiriert vom konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Ökologie. Diese Verbindungen haben dann maßgeblich zur friedlichen Revolution in Osteuropa beigetragen.

? Inzwischen zweifeln viele daran, dass das Zwei-Grad-Limit im Klimaschutz noch zu halten sei. Sind drei Grad das nächste Ziel?

! Bis 2017 haben wir durchaus noch eine Chance, auf den Zwei-Grad-Kurs einzuschwenken. Dafür braucht es echte Veränderungen. Aber solche Umbrüche kommen manchmal ganz schne

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