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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2011
Tanz für die Liebe
Weihnachten: Gott kommt in jedem Menschen zur Welt
Der Inhalt:

Helft Nikita

von Bernhard Clasen vom 04.05.2012
Der Schüler aus Angarsk hat Krebs. Ein Aufruf

Eigentlich sollte der achtjährige Nikita Zaizew die zweite Klasse der Schule von Angarsk am Baikal-See besuchen. Doch während seine Altersgenossen ihre ersten Gehversuche in Rechnen, Schreiben und Geografie machen, steht bei Nikita Chemotherapie auf dem Stundenplan. Nikita hat Krebs. Nachdem er sich im Sommer einen Arm gebrochen hatte, hatte er im Krankenhaus auch über Magenschmerzen geklagt. Wenig später entdeckten die Ärzte in Irkutsk bei dem Schüler eine bösartige Geschwulst. Die Diagnose: Neuroblastom der Bauchhöhle im dritten Stadium. Die Geschwulst hat bereits eine Größe erreicht, dass sie die Hauptarterie umschlingt.

Schnell wurde klar, dass die Krankenhäuser der Region nur eine Chemotherapie mit dem Jungen machen konnten. Für weitere Untersuchungen wurde er immer wieder nach Moskau gebracht. Eine Operation der Geschwulst könne nur in Deutschland vorgenommen werden. Dies berichten die Angarsker katholische Ordensschwester Margareta, medizinische Leiterin der Hospiz-Station von Angarsk, und Swetlana Slobina, Redakteurin der Angarsker Zeitung, in einem Gespräch mit Publik-Forum. »120 000 Euro hat die Klinik der medizinischen Hochschule Hannover für eine Operation des Jungen veranschlagt«, berichtet Schwester Margarita. »Von den Behörden kommt keine Hilfe«, ergänzt die Angarsker Journalistin Swetlana Slobina. Materielle Hilfe, so hatten Mitarbeiter der Stadtverwaltung den Eltern von Nikita mitgeteilt, falle nicht in ihren Aufgabenbereich. Deswegen haben sich Swetlana Slobina und Schwester Margarita entschlossen, die Leserinnen und Leser von Publik-Forum zu bitten, mit Spenden eine in Deutschland erforderliche Operation von Nikita zu ermöglichen. (Das entsprechende Angebot eines Krankenhauses liegt Publik-Forum vor.) »Deutschland hat uns jede Menge Atommüll geschickt«, erinnert Swetlana Slobina. Gegen diesen Skandal wäre es ein »starkes Zeichen, wenn die Leserinnen und Leser helfen könnten, ein Kind zu retten, das möglicherweise wegen der radioaktiven Belastung erkrankt ist.«

Tausende Tonnen von abgereichertem Atommüll, Uranhexafluorid (UF6) aus dem nordrhein-westfälischen Gronau, wurden in den vergangenen Jahren direkt in das am Baikalsee gelegene Angarsk gebracht, wo er in rostenden Fässern unter offenem Himmel die Gesundheit der Bevölkerung, vor allem der Kinder,

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