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Publik-Forum, Heft 23/2021
Diese verdammte Freiheit
Wolfgang Thierse über ein falsches Verständnis von Autonomie in der Corona
Der Inhalt:

Kino
Vom Versuch, Trauer in Rache zu verwandeln

von Birgit Roschy vom 03.12.2021
Bis heute wenig bekannt ist die Geschichte der Untergrundorganisation »Nakam« (Rache). Im Nachkriegsdeutschland wollte die Gruppe Massenmorde an Zivilisten verüben - als Vergeltung für die ermordeten Juden. Der Thriller »Plan A - Was würdest du tun« erzählt davon.
Radikale Vergeltung: Max (August Diehl) kommt in Nürnberg an um sich der Untergrundorganisation Nakam anzuschließen (Foto: camino Filmverleih 2021)
Radikale Vergeltung: Max (August Diehl) kommt in Nürnberg an um sich der Untergrundorganisation Nakam anzuschließen (Foto: camino Filmverleih 2021)

Kino. »Warum habt ihr euch wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen?«, fragt der britische Soldat Michael den deutschen Juden Max. Wir befinden uns in der »Stunde Null«, Nazideutschland ist in Auflösung begriffen. Max, nach der Befreiung aus dem KZ in seine Heimat zurückgekehrt, erfährt, dass seine Familie ermordet wurde, und begegnet noch immer abgrundtiefem Hass. Statt wie viele Holocaustüberlebende nach Palästina auszuwandern, schließt er sich Michael an, der als Teil einer jüdischen Brigade in Geheimaktionen SS-Offiziere tötet. Dabei kommt Max in Kontakt mit Partisanen, die radikalere Vergeltung planen: Für jeden ermordeten Juden soll ein Deutscher sterben. Das Thrillerdrama handelt von einem bisher kaum bekannten historischen Phänomen, der Untergrundorganisation Nakam (Rache). Unter ihrem Anführer, dem Dichter Abba Kovner, wollte die Gruppe in ganz Deutschland Massenmorde an Zivilisten verüben, beginnend mit einem Giftanschlag im Nürnberger Wasserwerk. Doch mit diesem Plan gefährdet Nakam das Projekt eines künftigen Staates Israel. Leider verheddert sich die Handlung zwischen Max’ unlösbarem moralischen Zwiespalt und den Details der komplexen politischen Lage. August Diehl aber verkörpert packend die Tragik eines Mannes, dem alles genommen wurde und der vergeblich versucht, seine Trauer in Rache zu verwandeln.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 23/2021 vom 03.12.2021, Seite 54
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