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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

Wie Weihnachten feiern?

von Markus Dobstadt vom 06.12.2019
Vorgespräch: Fragen an Udo Hahn, Evangelische Akademie Tutzing, zur Tagung »Weihnachten – Zeit der Freude?!«

Publik-Forum: Herr Hahn, Sie laden zu der Tagung »Weihnachten – Zeit der Freude?!« ein. Vergeht die Freude nicht bereits im Vorweihnachtsstress?

Udo Hahn: Ja, leider. Man hat den Eindruck, es gibt keine Zeit im Jahr, in der die Menschen so freudlos durch die Gegend laufen, weil alle unter dem Stress leiden und dann Weihnachten ausgepowert sind. Wir wollen schauen, wie man die Freude an Weihnachten wiederentdecken kann.

Wie denn?

Hahn: Unsere Tagung zwei Tage vor Weihnachten schafft erst mal Zeit für Entschleunigung, für Gespräche und Spaziergänge am Starnberger See mit Blick auf die Alpen. Bei Lesungen und Vorträgen beschäftigen wir uns auch mit der künstlerischen und literarischen Bedeutung von Weihnachten, etwa mit dem Motiv der Krippe in der Kunst. Die Tagung wird auch von einer Psychoanalytikerin begleitet.

Was kann die denn beisteuern?

Hahn: Die Psychoanalytikerin spricht über die Frage, was wir brauchen, damit wir uns freuen. Die Erwartungen an Weihnachten sind ja oft schwer zu erfüllen. Wenn etwa der Vater immer mit dem Sohn streitet, wird das wohl auch an Weihnachten passieren. Da kann sie hilfreiche Hinweise geben. Oder zu der Frage, ob man sich am Wettbewerb ums schönste Geschenk beteiligen muss.

Beschäftigen Sie sich bei der Tagung auch mit der Weihnachtsgeschichte?

Hahn: Mit einzelnen Personen. Wir schauen uns die Beziehungen an. Ich selbst halte einen Vortrag über Josef. Er ist bei Maria geblieben – obwohl sie ein Kind bekam, das nicht von ihm war. Er hat Jesus als Sohn angenommen. Die Weihnachtsgeschichte steckt voller existenzieller Erfahrungen …

Vielen sagt der religiöse Gehalt nichts mehr. Gibt es auch die säkulare Weihnachtsfreude?

Hahn: Wenn Menschen sich freuen, dass sie mit ihren Lieben zusammen sein können, ist das völlig okay. Andererseits möchte ich sie einladen, sich auch mal auf das Geschehen einzulassen, und ihnen sagen: Geht mal zur Krippe und sucht, welches euer Platz dort wäre. Seht auf dieses Kind, von dem diese ungeheure Beruhigung ausgeht. Man sollte sich heute bewusst sein, dass es in eine dramatische Zeit hineingeboren wurde.

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