Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

Universale Kosmologie

von Norbert Copray vom 06.12.2019
Buch des Monats: Weihnachten ist zur Fassade für Rummel und Profit verkommen. Der Theologe Richard Rohr drängt auf eine Wiederentdeckung des universalen Christus.

Richard Rohr
Alles trägt den einen Namen
Die Wiederentdeckung des universalen Christus. Gütersloher Verlagshaus. 320 Seiten. 24 €

Die Advents- und Weihnachtszeit der Überfluss- und Konsumgesellschaft übertüncht den Ursprung dieser Zeiten. Die vorweihnachtliche Zeit wird zur Fassade für Rummel und Profit. Jesus, Ursprung und Ziel weihnachtlicher Feier, ist außerhalb der Kirchen – und selbst auch darin – zu einer Größe geworden, an der selten Maß genommen oder die für eigene Zwecke verbogen wird. Kirchen quer durch die Denominationen sind daran beteiligt. Denn »indem Christen das Wort ›Christus‹ an Jesus angeklebt haben, als sei dies sein Nachname und nicht jenes Mittel, durch das Gott die gesamte Materie im Verlauf der Geschichte verzaubert hat, wurde das christliche Denken ziemlich schludrig. Unser Glaube wurde zu einem theologischen Wettstreit zwischen verschiedenen kleinkarierten Erlösungstheorien anstatt zu einer universalen Kosmologie, in der wir alle mit der uns innewohnenden Würde Platz finden können.«

Der Franziskanerpater Richard Rohr, Gründer des Zentrums für Aktion und Kontemplation in New Mexico/USA und weltweit renommierter prophetisch-inspirierender Kopf der religiös-spirituellen Szene, dringt auf »die Wiederentdeckung des universalen Christus«.

Rohr verortet ihn in einem »inkarnatorischen Weltbild«, »das davon ausgeht, dass Materie und Geist niemals getrennt worden sind. Materie und Geist offenbaren und manifestieren sich gegenseitig. Diese Sicht baut mehr auf Erwachen als auf Mitgliedschaft, mehr auf Sehen als auf Gehorsam, mehr auf Wachstum, Bewusstsein und Liebe als auf Klerus, Expertentum, Moral, Schriften oder Rituale.«

Als »Codewort« für diese Überlegungen wählt Rohr »Christus«. Rohr treibt um, dass »der Kern des Evangeliums von Gottes Liebesvereinigung mit der gesamten Schöpfung von Anfang an« nur selten geglaubt wird, von »den meisten Klerikern sogar militant verworfen oder geleugnet« wird. Er räumt jedoch ein: Man müsse die universale Manifestation Gottes in der Welt »nicht ›Christus‹ nennen, um ganz und gar in ihr zu Hause zu sein und ihre immensen Früchte zu g

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen