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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 06.12.2019

Jens van Tricht
Warum Feminismus gut für Männer ist
Ch. Links. 176 Seiten. 18 €

Der zentrale Appell des niederländischen Autors an die Männer lautet: Verlasst die »Zwangsjacke stereotyper Männlichkeitsbilder«, seid endlich ihr selbst! Denn »die« Männlichkeit gebe es nicht, sondern viele verschiedene männliche Ausdrucksformen, die es zu akzeptieren gelte. Die Unterschiede zwischen den Männern seien oft größer als die zwischen Frauen und Männern. Wenn Männer ein menschlicheres Leben führen wollten, dann müssten sie die Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern stärker betonen als die Unterschiede. Van Tricht hat Frauen- und Geschlechterwissenschaften an der Universität Amsterdam studiert und das Netzwerk Emancipator gegründet. Dessen Ziel ist es, Jungen und Männer in die feministische Emanzipationsbewegung einzubeziehen. Denn ihm selbst habe der Feminismus geholfen, kritisch mit sich selbst umzugehen und die eigene »weibliche Seite« anzunehmen, erzählt er. Das Buch setzt einen Gegenpol zu all jenen »Männer-Bewegten«, die »das« Männliche deutlich und zum Teil aggressiv gegen das Weibliche zu profilieren suchen. Hartmut Meesmann

Thekla Chabbi
Die Zeichen der Sieger
Rowohlt. 190 Seiten. 25 €

Das schön gestaltete Buch der Sinologin, Schriftstellerin und Übersetzerin Thekla Chabbi klingt zunächst etwas klischeehaft – das Wort »Sieger« im Titel für chinesische Ohren fast schmeichelhaft. Doch je mehr man sich mit dem Buch beschäftigt, desto mehr wächst der Respekt vor der Autorin, und es bereitet Lesevergnügen. Es ist kein streng wissenschaftliches Werk, doch der Versuch, die Eigenheiten der Sprache mit politischen Entwicklungen in Verbindung zu bringen, ist interessant. Mit einigem Tiefgang und mitunter gewagter Interpretation beschreibt Chabbi die Struktur der Schriftzeichen und die Bedeutung der Aussprache und unterscheidet sich damit wohltuend von manch anderem Sinologen. Spielerisch und anregend bringt sie dem Leser auch höchst komplizierte Schriftzeichen nahe, etwa das uralte, 64 Striche zählende Zeichen für »geschwätzig«. Leichtfüßig und undogmatisch führt sie so ins Chinesische ein, was die Berührungsangst mit dieser komplizierten Sprache zu überwinden helfen mag. In seiner Analyse zeitgenössischer Politik bringt das Bu

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