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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

»Die Kinder wünschen sich warme Pullis«

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 06.12.2019
Die 28-jährige Arpine Geghamyan engagiert sich im Verein »Help Armenian Children« für arme Kinder

Wenn ich ein Waisenhaus besuche, bringe ich oft Blumen und Luftballons mit – das bringt Freude rein. Seit drei Jahren engagiere ich mich für die Organisation Help Armenian Children. Wir sind etwa zwanzig Ehrenamtliche. Als ich anfing, ahnte ich nicht, dass auch mein Neffe einmal von unserer kleinen Initiative unterstützt werden würde. Erik ist sieben, und bei ihm wurde Hautkrebs festgestellt. Ein Schock für die Familie! Die Kosten für Chemotherapie und Medikamente belaufen sich jeden Monat auf umgerechnet 1500 Euro. Wir helfen Kindern wie Erik, die Krebserkrankungen haben, eine Herz-OP benötigen oder behindert sind und deren Familien diese Kosten nicht allein stemmen können, aber auch Kindern, die gar keine Eltern mehr haben.

Wenn wir Waisenkinder besuchen, unternehmen wir auch Ausflüge mit ihnen, gehen ins Konzert oder in eine Sternwarte und organisieren Workshops, zum Beispiel zur Mülltrennung. Das Schicksal dieser Kinder belastet mich oft. Die Waisenkinder möchte ich am liebsten alle adoptieren! Eines Tages, wenn mein Mann und ich eigene Kinder haben, möchten wir wirklich ein Kind adoptieren, das haben wir uns vorgenommen. Bis dahin helfe ich, so gut es geht. Mein Traum ist es, ein Krankenhaus zu gründen für arme Menschen, in dem sie unentgeltlich behandelt werden, denn eine Krankenversicherung gibt es in Armenien nicht. Es muss alles aus eigener Tasche bezahlt werden. Meine Mutter ist einmal zu spät ins Krankenhaus gegangen, weil sie Angst hatte, dass es zu teuer werden würde. Sie wäre beinahe gestorben.

Ich komme vom Dorf, das hat mich geprägt. Meine Familie war nicht furchtbar arm, aber auch ich hatte nur zwei Hosen, und meine Winterjacke habe ich sechs Jahre lang getragen. Aber ich habe Bildung erhalten, das ist das Wichtigste. Das möchte ich jetzt weitergeben.

In meinem Beruf als Reiseleiterin komme ich viel im Land herum und sehe, welche Familien besonders dringend Hilfe benötigen. Manchmal erzähle ich auch den Gästen aus Deutschland von unserem Verein, und einige spenden dann etwas.

Vergangenes Jahr haben wir etwa 400 Kindern Geschenke gemacht. Vor Weihnachten haben wir Mädchen und Jungen aus armen Familien aufgefordert, einen Brief an Santa Claus zu schreiben. In unserer Facebook-Gruppe haben wir damit um Spenden geworben. Ein Mädchen hat sich einen kleinen Schreibt

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