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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

Was Islamkonferenzen leisten – und was nicht

»Der Islam gehört nicht zu Deutschland.« Mit diesem Satz ist Horst Seehofer im März in sein Amt als Innenminister gestartet. Jetzt hat Seehofer die Deutsche Islamkonferenz (DIK) mit den versöhnenden Worten eröffnet: »Muslime gehören zu Deutschland. Muslime haben selbstverständlich die gleichen Rechte und Pflichten wie alle Bürger dieses Landes.« Vielleicht hat er erkannt, wie schädlich die Strategie der Eskalation war. Und dass es »den« Islam nicht gibt.

In der Süddeutschen Zeitung erklärt die islamische Theologin Rabeya Müller, warum der Islam strukturell nicht mit den christlichen Kirchen vergleichbar ist: »Es gibt im Islam kein Lehramt, auch wenn mancher (und manche) gerne Papst aller Muslime wäre.« Es gibt auch »keine Ordination von Geistlichen«. Ziel der Islamkonferenz könne es daher nicht sein, eine Anpassung an kirchliche Strukturen zu fordern. Der Staat könne aber sehr wohl die Zusammenarbeit unter deutschen Muslimen verbessern und offene innerislamische Debatten fördern.

An der seit 2006 regelmäßig stattfindenden staatlich-muslimischen Dialogveranstaltung nehmen rund 240 Personen teil, darunter auch liberale und sogar islamkritische Muslime. Auffallend ist, dass die großen islamischen Verbände weniger präsent sind als früher. Bisher galt der deutsch-türkische Moscheeverband Ditib als wichtigster Partner der Regierung. Dessen Ansehen hat durch die Spitzelaffäre und die undurchsichtigen Verbindungen zur türkischen Regierung gelitten. Der langjährige Vorsitzende der niedersächsischen Ditib-Gemeinden, Yilmaz Kilic, beklagte jüngst die »wachsende Einmischung« der türkischen Religionsbehörde und trat zurück.